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Allgemeinmedizin 4. Oktober 2006

RotaTeq® schützt umfassend

Rechtzeitig zum saisonalen Höhepunkt der akuten Brechdurchfall-Erkrankung gibt es nun auch in Österreich RotaTeq®, einen neuen Schluckimpfstoff gegen die fünf häufigsten Serotypen des Rotavirus.

„Bis zum Ende des 5. Lebensjahres erkranken etwa 95 Prozent aller Kinder an einem durch Rotaviren verursachten akuten Brechdurchfall. Der wässrige Durchfall ist begleitet von Erbrechen, Fieber, Appetitlosigkeit, Bauchschmerzen sowie Müdigkeit und kann drei bis neun Tage andauern. Insbesondere bei jüngeren Säuglingen sind komplizierte Verläufe mit unter Umständen lebensbedrohlicher Dehydratation möglich“, erklärte Prof. Dr. Zenz, Leiter der Arbeitsgruppe Infektiologie der Österreichischen Gesellschaft für Kinder- und Jugendheilkunde und Mitglied des Impfausschusses des Obersten Sanitätsrates, Universität für Kinder- und Jugendheilkunde Graz, bei einer Pressekonferenz Anfang September in Wien. „Mit rund 5.000 Krankenhausaufenthalten wurde 2005 in Österreich eine Rekordzahl verzeichnet, die wir heuer aufgrund der neuen Möglichkeit des Impfschutzes deutlich zu reduzieren hoffen“, so Dr. Rendi-Wagner vom Institut für Spezifische Prophylaxe und Tropenmedizin, Medizinische Universität Wien.

Einfache Handhabung

Der neue Schluckimpfstoff RotaTeq® enthält erstmals nicht nur einen einzigen, sondern die fünf häufigsten Serotypen des Rotavirus G1, G2, G3, G4 und P1 (8), die für mehr als 98 Prozent der Rotavirusinfektionen in Europa verantwortlich sind. Da die Prävalenz der Virusstämme von Jahr zu Jahr variiert und nicht vorhersehbar ist, bietet der neue Schluckimpfstoff somit umfassenden Impfschutz. Einen weiteren Vorteil von RotaTeq® bietet die einfache Handhabung.
Der Großteil der Krankheitsfälle tritt zwischen dem 6. Lebensmonat und dem 2. Lebensjahr auf. Die Impfung sollte daher vor dem 6. Lebensmonat abgeschlossen sein. Der neue Impfstoff wird in drei Teilen verabreicht (ab der vollendeten 6. Lebenswoche im Abstand von vier Wochen). „Die gleichzeitige Verabreichung mit gängigen Kinderimpfstoffen ist möglich und stellt keine zusätzliche Belastung für den Säugling dar“, so Prof. Dr. Karl Zwiauer, Leiter der Kinder- und Jugendabteilung am Landesklinikum St. Pölten.

Empfehlung im österreichischen Impfplan

Im Rahmen der Zulassungsstudie mit 70.000 Kindern zeigte RotaTeq® ein hervorragendes Wirkungs- und Sicherheitsprofil. Schwere akute Erkrankungen konnten in 98 Prozent der Fälle vermieden werden. Kommt es trotz Impfung zu einer Erkrankung, verläuft diese sehr viel milder.
Der oberste Sanitätsrat hat bereits im aktuellen Impfplan 2006 empfohlen, alle Säuglinge vor Rotavirusinfektionen zu schützen. Der Impfstoff ist ab sofort in Österreich verfügbar. Er muss bis dato von den Eltern selbst bezahlt werden.

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