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Allgemeinmedizin 26. September 2006

Alternative bei Arthrose

Die weltweit häufigste Gelenkerkrankung ist mit starken Beschwerden und Funktionseinschränkungen bis hin zur Behinderung verbunden. Ein aus Skandinavien stammendes Hagebutten­pulver schafft bei zwei Drittel der Patienten Abhilfe.

Bei Arthrose kommt es am Gelenk zunächst zu einer Verschmälerung und Auffaserung der Knorpelschicht, die mit der Freisetzung von abgeriebenen Knorpelteilchen einhergeht, dann zu einem fortschreitenden Knorpelverlust. In späten Stadien reibt Knochen auf Knochen, was zu Gelenkflächenverbreiterung, Deformierung durch knöcherne Randwulstbildungen und dauerhaften, schmerzhaften Entzündungen führt. Neben Überbelastungen sind frühere Verletzungen wie Meniskusschäden, Gelenksfehlstellungen oder Fehlanlagen (z.B. Hüftgelenksdysplasie) häufige Ursachen und Hauptgründe für das Entstehen einer Arthrose. Die medikamentöse Standardtherapie besteht in der Hauptsache aus nichtsteroidalen Antirheumatika (NSAR) und anderen Schmerzmitteln. Deren dauerhafte Einnahme kann jedoch Nebenwirkungen wie Magenschleimhautentzündung und Nierenbelastung begünstigen. In der in Dänemark beheimateten wilden Hagebutte (der Subspezies Rosa canina ssp. lito) ist eine hohe Konzentration eines antientzündlichen Wirkstoffs enthalten, der eine deutliche Linderung von Arthrosebeschwerden auf pflanzlicher Basis bewirkt. Dieser Inhaltsstoff, ein Galaktolipid (GOPO®), kommt vor allem in den Kernen vor, ist aber in Hagebuttenmarmeladen oder -tee nur in Spuren enthalten. Für eine wirkungsvolle Behandlung der Arthrosebeschwerden ist jedoch eine hohe Konzentration dieser Kohlenhy­drat-Lipid-Verbindung wichtig. Bei Knorpelschäden werden Leukozyten in das entzündete Gelenk gelockt, schädliche chemische Enzyme und freie Radikale werden gebildet. Dadurch wird der Knorpel zusätzlich biochemisch angegriffen und auf lange Sicht immer weiter geschädigt. Das Hagebuttenpulver bewirkt, dass die Einwanderung von gro­ßen Mengen an Leukozyten in das Entzündungsgebiet gehemmt wird. Die Entzündungsreaktion in den Gelenken wird dadurch deutlich abgeschwächt, die Schmerzen werden gelindert und die Beweglichkeit verbessert. Zusätzlich wirkt der Hagebutten-Inhaltsstoff durch Bindung der freien Radikale dem arthrotischen Prozess entgegen.

Schmerzmittelverbrauch um die Hälfte vermindert

In Dänemark haben Prof. Dr. Arsalan Kharazmi und Dr. Kai Winther, beide vom Kopenhagener Universitätsspital, bereits im Jahr 2004 die Wirksamkeit des GOPO®-Hagebuttenpulvers untersucht. Eine placebokontrollierte Cross-over-Studie (J Phytomed 04; 11: 383-91) an 112 Arthrose-Patienten zeigte nach dreimonatiger Einnahme des Hagebuttenpulvers eine deutliche schmerzreduzierende Wirkung und Linderung der Morgensteifigkeit bei 66 Prozent der Studienteilnehmer. Außerdem konnte der Konsum an Schmerzmitteln, wie Tramadol, Opioiden, Paracetamol oder NSAR, um rund die Hälfte vermindert werden, die Patienten schliefen wieder besser, das allgemeine Wohlbefinden und die Lebensfreude nahmen zu. Eine zweite, unabhängige Forschergruppe aus Norwegen bestätigte in einer Untersuchung über vier Monate an 100 Patienten mit röntgenologisch gesicherter Arthrose die gute Wirkung der Hagebuttensubstanz. Rund zwei Drittel der Probanden sprachen darauf an und die Beschwerden besserten sich um mehr als die Hälfte.

Baldiger Wirkungseintritt

„Aufgrund der Probleme mit den Cox-2-Hemmern greifen Ärzte wieder auf die ältere Generation der klassischen Schmerzmittel – NSAR oder Aspirin – zurück“, so Kharazmi. „Bei beiden können schwer wiegende gastrointestinale sowie kardiovaskuläre Nebenwirkungen auftreten. Beim Hagebuttenpulver besteht unserer Meinung nach die Hoffnung, dass es Millionen Patienten mit Gelenksarthrose helfen kann. Bei manchen tritt die Wirkung schon nach drei Wochen ein.”

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