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Allgemeinmedizin 12. September 2006

Wichtiger Basisschutz für Erwachsene

Im Herbst beginnt die Grippe-Impfsaison. Die Immunisierungen sind eine gute Gelegenheit, bei Erwachsenen auch den Basisschutz gegen Tetanus, Polio und Diphtherie zu überprüfen. Je nach persönlichem Risiko können beispielsweise auch Impfungen gegen Hepatitis A und B dazukommen.

Bei Erwachsenen soll alle zehn Jahre der Schutz gegen Diphtherie und Tetanus aufgefrischt werden. Besonders ältere Menschen sind oft nicht entsprechend geschützt. Fortschritte bei Hygiene und Wundbehandlung haben zwar dazu geführt, dass nur noch wenige an Tetanus erkranken. Die Impfung ist trotzdem sehr wichtig, da die im Boden lebenden Tetanus-Erreger nach wie vor eine Infektionsgefahr sind. Auch kann Wundstarrkrampf trotz moderner Intensivmedizin tödlich verlaufen. Und sogar Bagatellverletzungen, bei denen normalerweise kein Arzt aufgesucht wird, können zu Infektionen führen. Fehlt der Tetanus-Schutz, ist bei jeder Wunde zu impfen. Bei tiefen und verschmutzten Verletzungen ist außerdem gleichzeitig die Prophylaxe mit einem Tetanus-Immunglobulin nötig. Grundsätzlich sollte bei einer Tetanus-Impfung auch abgeklärt werden, ob zusätzlich eine Indikation zur Pertussis-Impfung besteht, etwa bei Frauen mit Kinderwunsch oder bei Angehörigen einer Familie, in der ein Kind geboren wird. Nach dem 60. Lebensjahr empfiehlt der Impfausschuss des Obersten Sanitätsrats eine Auffrischungsimpfung gegen Tetanus, Diphtherie und Pertussis alle fünf Jahre. Dafür stehen Kombinationsimpfstoffe zur Verfügung.

Auf Risikopatienten achten

„Bei beschränkter Verfügbarkeit des Vierfach-Impfstoffes wird mindestens dip-TET-PEA, besser dip-TET-PEA plus IPV monovalent empfohlen“, heißt es im Impfplan 2006. Eine regelmäßige Auffrischung des Polio-Impfschutzes wird zwar nicht mehr empfohlen. Bei Reisen in Endemiegebiete – viele Länder Afrikas sowie Indien, Indonesien – ist jedoch eine Immunisierung notwendig. Erwachsene über 60 Jahren sowie Risikopatienten jeden Alters, etwa mit Herz-Kreislauf-, Lungenerkrankungen oder Diabetes, sollten auch gegen Pneumokokken geimpft werden. Die Impfraten sind sehr niedrig. In einer aktuellen EMNID-Umfrage mit 973 über 60-Jährigen in Deutschland hatte nur jeder Fünfte den Schutz, hier zu Lande dürften die Zahlen ähnlich sein. Die Impfung ist das ganze Jahr über möglich und lässt sich gut mit der Grippe-Impfung kombinieren. Wiederimpfungen sind alle sechs Jahre nötig. Für einen guten Grippeschutz sind jährliche Impfungen erfor-derlich. Der für die jeweilige Saison zusammengestellte Impfstoff schützt gegen die aktuell zirkulierenden Erreger, und der Vorjahresschutz wird durch eine erneute Impfung geboostert. Außer für über 60-Jährige und chronisch Kranke wird die Impfung für Menschen mit Infektionsrisiken im Beruf empfohlen, wie Lehrer, Verkäufer oder Polizisten. Je nach persönlichem Risiko können weitere Impfungen hinzukommen. Chronisch Leberkranke, insbesondere Hepatitis C-Virusträger, haben ein hohes Risiko, sehr schwer an Hepatitis A zu erkranken, und sollten daher unbedingt geimpft werden, rät der Impfausschuss. Gegen Hepatitis B sollten neben Menschen mit beruflich bedingtem Infektionsrisiko oder riskantem Sexualverhalten ebenfalls Patienten mit chronischem Leberleiden, aber auch Nierenkranke, wie Diabetiker mit Nephropathie, geschützt werden.

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