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Allgemeinmedizin 29. August 2006

Krankheitskontrolle kann durch COPD-Pass optimiert werden

Der von der Österreichischen Gesellschaft für Pneumologie (ÖGP) entwickelte COPD-Pass gewährleistet die Kontrolle des Krankheitsverlaufes und unterstützt das Management der betroffenen Patienten.

Die Prävalenz der COPD in Österreich ist alarmierend. Die von Prof. Dr. Michael Studnicka, Leiter der Univ.-Klinik für Pneumologie, Salzburger Landeskliniken, im Rahmen der internationalen BOLD-Studie (Burden of Obstructive Lung Disease) in Österreich erhobenen Daten zeigen, dass bei 26 Prozent der österreichischen Bevölkerung über 40 Jahren eine COPD vorliegt. Elf Prozent weisen die COPD–Stadien II bis IV auf. (1) Rechtzeitige Intervention und richtlinienkonforme Therapie bereits in frühen Stadien der Erkrankung sind wichtig, um dem Fortschreiten der Erkrankung in die behandlungsintensiven Stadien mit stark eingeschränkter Lebensqualität entgegenzuwirken.

Optimale Betreuung durch mehr Information

„Die ÖGP hat den COPD-Pass entwickelt, um die Lungenfachärzte und vor allem die Hausärzte bei der Kontrolle des Krankheitsverlaufes zu unterstützen. Das reibungslose Zusammenspiel zwischen Allgemeinmedizinern und Pulmologen ist für die bestmögliche Betreuung von COPD-Patienten unabdingbare Voraussetzung. Wir wollen die Hausärzte sensibilisieren, Patienten mit erhöhtem COPD-Risiko und solche mit den ersten Anzeichen einer COPD zur genauen Abklärung zum Lungenfacharzt zu überweisen“, erläutert Dr. Sylvia Hartl, Generalsekretärin der ÖGP und Oberärztin an der 1. Lungenabteilung am Otto Wagner Spital, Wien, diesen wichtigen Schritt im Kampf gegen die COPD.
In den COPD-Pass werden vom Pulmologen die Untersuchungsergebnisse, das COPD-Stadium und die empfohlene Therapie sowie der Termin für jeweils die nächste Kontrolluntersuchung eingetragen. Mit dem Pass geht der Patient zurück zum Hausarzt, der die weitere Betreuung übernimmt. Mit dem Pass, so Hartl, soll den Hausärzten auch die Sicherheit gegeben werden, dass sie über das Ergebnis der lungenfachärztlichen Abklärung informiert werden und „ihre“ Patienten mit allen relevanten Informationen zur weiteren Betreuung zu ihnen zurückkommen. Eine wirksame Früherkennung, betont die Pulmologin, ist nur möglich, wenn bei jedem Raucher über 40 einmal jährlich die Lungenfunktion überprüft wird.

(1) Studnicka, M. COPD Epidemie droht. Österreichische Ärztezeitung 5, 10. März 2006

COPD-Pässe können kostenlos bei der COPD-Liga Austria angefordert werden:
E-Mail: und telefonisch (01) 533 92 29 oder per Fax (01) 535 97 20.

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