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Allgemeinmedizin 31. Mai 2006

Bipolare Störung: Rasch wieder im Gleichgewicht

Rasche Symptomkontrolle ohne unerwünschte Nebenwirkungen ist für Menschen mit bipolaren Störungen von enormer Bedeutung. Studien bestätigen Ziprasidon (Zeldox®) als wirksames atypisches Antipsychotikum mit günstigem metabolischen Profil – auch in der Langzeittherapie.

Ziprasidon (Zeldox®) hat sich bereits bei Erkrankungen aus dem schizophrenen Formenkreis als sehr wirksam, sicher und gut verträglich erwiesen. Eine randomisierte, kontrollierte Studie unter der Leitung von Prof. Dr. Paul Keck zeigt, dass das Gleiche für die Behandlung der akuten bipolaren Manie gilt. In die Studie eingeschlossen waren 210 Patienten, die im Verhältnis 2:1 zu Ziprasidon oder Placebo randomisiert wurden. Die Patienten erhielten das Medikament als Monotherapie über den Beobachtungszeitraum von drei Wochen. Neben Ziprasidon war nur die Gabe von Lorazepam, Temazepam oder Diazepam bei Agitiertheit oder Angstzuständen erlaubt. Extrapyramidal-motorische Störungen durften mit Benztropin oder Propranolol behandelt werden.

Symptomkontrolle am 2. Tag

Die Wirksamkeit von Ziprasidon wurde anhand verschiedener Messparameter überprüft. Bezüglich der „Mania Rating Scale“ wurde bereits am zweiten Tag ein signifikanter Unterschied zu Placebo erreicht, der sich während der weiteren Be-obachtungsdauer bis zum Studienende noch weiter verstärkte (Abb. 1). Während Patienten aus der Ziprasidon-Gruppe eine durchschnittliche Reduktion des Wertes um 12,4 Punkte erreichten, betrug das Ausmaß der Besserung in der Placebogruppe 7,8 Punkte (p<0,005). Außerdem war der Anteil der Responder in der Ziprasidon-Gruppe sig-nifikant größer als in der Placebogruppe (50 % vs. 35 %; p<0,05). Die Einnahme von Ziprasidon war gut verträglich und es waren keine schwerwiegenden Nebenwirkungen zu verzeichnen. Bezüglich der Werte der „Simpson-Angus-Rating-Scale“, der „Barnes Akathasia Scale“ und der „Abnormal Involuntary Movement Scale“ bestanden keine Unterschiede zwischen Ziprasidon und Placebo. Ziprasidon bewirkte auch keine Gewichtszunahme, und es kam zu keinen relevanten Auffälligkeiten bei den Laborparametern oder im EKG. Rezente Forschungen zeigen, dass Patienten mit bipolarer Störung häufiger eine stammbetonte Fettleibigkeit aufweisen als gesunde Kontrollen. Einige Psychopharmaka können entweder durch direkte Effekte auf den Stoffwechsel oder durch Appetiterhöhung und sekundär gesteigerter Nahrungsaufnahme zur Verschlechterung der metabolischen Situation führen.1 Veränderungen der metabolischen Parameter sind aber gerade bei Patienten mit bipolarer Erkrankung unbedingt zu vermeiden, denn: „ Bereits 80 Prozent der erwachsenen Bipolar-Patienten erfüllen die Kriterien des metabolischen Syndroms nach den NECP ATP III-Richtlinien“, betonte Prof. Dr. Roger McIntyre, University of Toronto, Kanada, beim ECNP 2005 in Amsterdam. Das atypische Antipsychotikum Ziprasidon, das nun zur Therapie der akuten Manie bei bipolarer Erkrankung verordnet werden kann, hat sich jedoch als stoffwechselneutral erwiesen, wie bereits viele Studien und Erfahrungsberichte mit dieser Substanz in der Schizophrenie-Therapie bestätigt haben. Ein weiterer Vorteil von Ziprasidon: Die Substanz kann parenteral und peroral verabreicht werden. Dies ermöglicht einen einfachen Übergang von der Akuttherapie in die Langzeitbehandlung, ohne einen Substanzwechsel und damit verbundene Einstellungsschwierigkeiten vornehmen zu müssen.

Langzeittherapie mit Zeldox®

Besonders praxisrelevant in der Behandlung der bipolaren Erkrankung sind Langzeitdaten zur Wirksamkeit und Sicherheit einer Therapie, wie sie Paul Keck2 et al. in einer rezenten Studie erhoben haben. Die Ergebnisse in Bezug auf die antimanische Therapie zeigen eine anhaltende signifikante Besserung der klinischen Symptome sowohl im Mania Rating-Scale als auch Clinical Global Impression of Severity-Scale (CGI-S) über den gesamten Beobachtungszeitraum von 52 Wochen. Auch die depressive Symptomatik konnte mit Hilfe der Ziprasidon-Therapie deutlich und anhaltend verbessert werden.

Zeldox® ist stoffwechselneutral

Besonderes Augenmerk wurde in der Untersuchung auch auf metabolische Veränderungen gelegt. Am Ende des Beobachtungszeitraums nach einem Jahr gab es einen mittleren Gewichtsverlust von 1,1 kg. Hinsichtlich des Gesamtcholesterins gab es im Mittel keinen relevante Veränderungen, auffällig war hingegen eine durchschnittliche Senkung der Triglyzeridwerte nach einem Jahr um 14,6 mg/dl (Abb. 2). Fazit der Studienautoren: Ziprasidon konnte bei akuter Manie im Rahmen einer bipolaren Erkrankung nicht nur die klinischen Symptome signifikant verbessern, sondern war auch stoffwechselneutral.

 Abb. 1: Mania Rating Scale (MRS)

Ziprasidon verbesserte signifikant manische Symptome bei bipolarer Manie schon am 2. Tag.

 Abb. 2.: Metabolische Veränderungen

Ziprasidon bewirkt lang anhaltende metabolische Vorteile über ein Jahr.

1) Dietmar Winkler et al.: Matabolisches Syndrom – Fach Psychiatrie; Zunehmende Herausführung. CliniCumPsy 04/05
2) Keck PE et al.: Efficacy and Safety of Ziprasidone in Bipolar Disorder: Long-term Data. Posterpräsentation, APA 2004, NY

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