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Allgemeinmedizin 31. Mai 2006

Dauerhusten ist Kernsymptom bei „Cough-variant“-Asthma

Vor allem bei Kindern, aber auch bei Erwachsenen, die an trockenem chronischen Husten leiden, sollte nicht zuletzt an einen „Husten als Asthma-Äquivalent“ gedacht werden.

Wie sich ein „Cough-variant“-Asthma (CVA) dem Untersucher präsentiert, hat in Nürnberg Dr. Johannes Schulze, Klinik für Pädiatrische Allergologie und Pneumologie am Uniklinikum Frankfurt am Main, erläutert. Im Mittelpunkt des Beschwerdebildes steht ein über acht Wochen anhaltender chronischer, unproduktiver Husten. Die Inspektion des Nasen-Rachenraumes ergibt keine Hinweise auf hustenerhaltende Prozesse in den oberen Atemwegen wie Polypen oder eine postnasale Schleim-Eiterspur im Rachen. Klassische Asthma-Symptome wie Giemen und anfallsweise Atemnot fehlen, auch die Lungenfunktion sowie das Röntgenbild sind normal. Im Methacholintest kann eine bronchiale Hyperreagibilität nachgewiesen werden. Für die Diagnose hilfreich kann auch eine probatorische Therapie mit Beta-2-Sympathomimetika oder inhalativen Kortikosteroiden sein, die eine Hustenlinderung bewirkt. Häufige Differenzialdia-gnosen sind bei Erwachsenen Husten aufgrund einer ACE-Hemmertherapie sowie bei Kindern und Erwachsenen ein hustenunterhaltender gastroösophagealer Reflux. Eine etablierte Therapie bei CVA gibt es nach Angaben von Schulze noch nicht. Einer Cochrane-Metaanalyse zufolge lägen bislang keine überzeugenden evidenzbasierten Daten vor, die für den Einsatz von Beta-2-Sympathomimetika oder niedrig dosierten inhalativen Kortikosteroiden (ICS) sprechen. Andererseits legen Beobachtungen nahe, so Schulze, dass mit einer frühzeitigen ICS-Therapie der Übergang von einer CVA in ein klassisches Asthma bei vielen Patienten abgewendet werden kann. Aus der Literatur sei bekannt, dass es bei 16 bis 30 Prozent aller Betroffenen zu Asthma kommt. Schulze berichtete von einer kleinen Untersuchung mit insgesamt 14 CVA-Patienten, die mit dem Leukotrienantagonisten Montelukast behandelt wurden. Bei 75 Prozent dieser Patienten sei es innerhalb von vier Wochen zu einer deutlichen Besserung der CVA-Symptomatik gekommen. Dieser Erfolg müsse allerdings erst noch bei größeren Patientengruppen reproduziert werden.

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