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Allgemeinmedizin 14. März 2006

Zulassungserweiterung für Singulair® 10 mg

Bei Asthmapatienten ab 15 Jahren, bei denen der Einsatz von Montelukast (Singulair®) indiziert ist, können mit diesem Arzneimittel nun auch die Symptome einer saisonalen allergischen Rhinitis gelindert werden.

Bis zu 80 Prozent aller Asthmapatienten leiden gleichzeitig an einer allergischen Rhinitis. Diese Komorbidität schränkt die Lebensqualität oft erheblich ein. In einer aktuellen Umfrage der „European Federation of Asthma and Airway Diseases Patients’ Association“ (EFA) gaben 80 Prozent der Patienten mit Asthma und saisonaler allergischer Rhinitis an, dass sich die Asthmabeschwerden während der Allergiezeit verstärkten. Mehr als die Hälfte (56 Prozent) berichteten, während der Pollensaison aus Angst vor einer Verschlechterung der Asthmasymptomatik das Haus möglichst nicht zu verlassen. Ärzte und Patienten neigen dazu, die Wechselbeziehung der beiden Erkrankungen zu unterschätzen. Mit dem Konzept „One airway, one disease” soll deutlich werden, dass eine optimale Krankheitskontrolle erst über eine kombinierte Behandlung erzielt wird. Die gemeinsam mit der WHO erarbeiteten ARIA (Allergic Rhinitis and its Impact on Asthma)-Guidelines fordern deshalb auf, Asthmatiker auf das Vorliegen einer allergischen Rhinitis zu untersuchen und eine kombinierte Behandlungsstrategie anzuwenden, denn bei beiden Erkrankungen spielen die gleichen entzündlichen Prozesse eine Schlüsselrolle. Leukotrienen kommt dabei nicht nur in der Lunge, sondern auch in der Nase eine pathophysiologische Bedeutung zu. Sie vermitteln eine lang anhaltende nasale Obstruktion und fördern die Sekretion. Die orale Behandlung mit dem Leukotrien-Rezeptorantagonisten Montelukast hemmt über die Blockade der Leukotriene die Entzündung in den unteren ebenso wie in den oberen Atemwegen. Die Zulassung von Montelukast (Singulair® 10 mg) wurde nun erweitert.

Vorteil durch Kombination

In der Subgruppenanalyse der COMPACT-Studie (Clinical Outcomes with Montelukast as a Partner Agent to Corticosteroid Therapy) mit insgesamt 889 Asthmatikern profitierten Patienten, die unter Asthma und allergischer Rhinitis litten, stark von der Kombination eines Kortikoids mit Montelukast. Bei Patienten, die die Kombination von 800 Mikrogramm Budesonid plus Montelukast (n = 216) erhielten, verbesserte sich der morgendliche Peak expiratory flow (PEF) stärker (p = 0,03) als bei jenen, bei denen die Dosis des inhalativen Steroids (n = 184) verdoppelt wurde. Vor allem Asthmapatienten, die zu Studienbeginn Medikamente zur Behandlung der begleitenden allergischen Rhinitis eingenommen hatten, profitierten besonders von der zusätzlichen Gabe von Montelukast: In der Montelukast-Gruppe konnte ein signifikant besserer PEF-Wert erzielt und eine Verbesserung der Lungenfunktion erreicht werden (52,1 l/min vs. 7,8 l/min, p=0,02). Die Resultate belegen, dass Patienten, die gleichzeitig unter Asthma und allergischer Rhinitis leiden, von der Therapie mit Montelukast doppelt profitieren: Zum einen durch eine Verminderung der Atemwegsobstruktion, zum anderen durch eine Verbesserung der Symptomatik der allergischen Rhinitis.

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