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Allgemeinmedizin 9. Jänner 2006

Die ärztliche Aufklärung

Dr. Karin Prutsch
WUV Universitätsverlag,
ISBN 3-85114-782-0

Die Aufklärung gehört zu den wesentlichen Pflichten des Arztes. Nach dem Behandlungsvertrag soll der Arzt den Patienten als selbstverantwortlichen Partner in Respekt vor dessen persönlichen Rechten annehmen, um ihm Rat und Hilfe zu geben. Schuldet der Arzt Rat und Hinweis, gilt es für ihn, seinen Patienten aufzuklären. Diese Pflicht zur eingreifenden Hilfe verlangt nach einem Konsens, der seinerseits die Aufklärung voraussetzt.

Wer arbeitet, macht Fehler, und wer Fehler macht, wird mit diesen konfrontiert und muss auch dafür gerade stehen. Das gilt auch für ärztliche Behandlungsfehler. Schwie-rig ist der Umstand, dass sich als Teilursachen unerwünschter Behandlungsergebnisse die Folgen der Erkrankung selbst sowie die Folgen nicht vermeidbarer unerwünschter Behandlungs-Begleiterscheinungen und die Folgen etwaiger vermeidbarer Fehler überlagern.

Oft wird die Aufklärungspflicht von Ärzten als eine Belastung durch „weltfremde Juristen“ verstanden. Wenn man berücksichtigt, dass die Verästelungen der Aufklärungsrechtsprechung selbst von Fachjuristen kaum noch nachvollzogen werden können und auch juristisch inkonsequent sind, versteht man, dass sich diese Ergebnisse Ärzten schwer vermitteln lassen. Diese werden wiederum Patienten nicht helfen können, da selbige die zur Umsetzung der Aufklärungsrechtsprechung erforderliche Informationsflut vor Eingriffen kaum noch erfassen können.

Das vorliegende Buch versucht, die Sicht von beiden Seiten, nämlich von Patient und Arzt zu öffnen, Schwachpunkte aufzuzeigen und vor allem an Hand vieler Beispiele die gegenwärtige Situation in Österreich darzustellen.

Für den Arzt soll dieses Buch vor allem als Anleitung dienen, den Dreischritt modernen Riskmangagements mitzugehen, nämlich den stattgehabten Fehler zu analysieren, ihn in Zukunft zu vermeiden sowie „gefahrengeneigte“ Situationen zu erkennen und zu vermeiden.

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