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© Lars Zahner / fotolia.com
 
Allgemeinmedizin 5. Juli 2016

Schutz und Hilfe für‘s lädierte Sprunggelenk

Verletzungsrisiken beim Sport haben im Urlaub Hochsaison.

Die warme Jahreszeit und Urlaubszeit sind Hochsaison für Bewegung an der frischen Luft. Joggen, Wandern, Golfen, Tennis, Hobbyfußball oder auch nur spazieren gehen sind die beliebtesten Bewegungsformen, die gleichzeitig mit einem gewissen Verletzungsrisiko verbunden sind.

Besonders die Sprunggelenke werden hier besonders beansprucht und können durch das „Umknicken“ in Mitleidenschaft gezogen. Das oft als banales Ereignis abgetane „Fuß verstauchen“ sollte jedoch nicht unterschätzt werden, verursacht jedes stärkere Umknicken doch Verletzungen im Sprunggelenk. Nicht richtig auskuriert, kann das Risiko für eine schmerzhafte Sprunggelenksarthrose im Alter steigen. Die Empfehlungen der AGA, Europas größter Fachgesellschaft für Arthroskopie und Gelenkchirurgie, zeigen Therapiemöglichkeiten der häufigsten Verletzungen, die langfristigen Gelenkschäden vorbeugen.

Knickt man mit dem Fuß um, kann der Kapselbandapparat gedehnt, angerissen oder komplett gerissen werden. Hier ist besonders häufig die Außenseite des Gelenks mit seinen drei Bändern betroffen. Je nach Verletzung ist der Betroffene häufig nicht in der Lage, zu gehen oder auch nur Gewicht auf den verletzten Fuß zu bringen. Anfänglich starke Schmerzen lassen in der Regel nach der ersten Stunde deutlich nach. Das Gefühl von Instabilität im Sprunggelenk ist dann längerfristig eine typische Folgeerscheinung einer schwerwiegenden Bandverletzung.

Blutergüsse und Schwellungen weisen auf Verletzung hin

Bei der eigenen Einschätzung einer Verletzung ist Vorsicht geboten, denn das Schmerzempfinden ist bei einer Sprunggelenksverletzung kein guter Indikator: Nicht immer stehen die Schmerzen und die Schwere der Verletzung in direktem Zusammenhang. Wichtig ist es auch, auf die Bildung eines Blutergusses am Sprunggelenk als dringenden Hinweis für eine Gelenkkapsel- oder Bandverletzung zu achten. Auch kann die Schwellung des Sprunggelenkes einen Hinweis auf das Ausmaß der Verletzung geben. Je mehr Schwellung, desto ausgedehnter ist die Gewebsverletzung. Nach einem schwereren Umknicktrauma sollte ein Arzt das Sprunggelenk untersuchen. Dabei kann die Art des Traumas (Supination oder Pronation) bereits wichtige Hinweise auf das zu erwartende Verletzungsmuster geben.

Erstbehandlung nach dem PECH-Prinzip

Als Erstbehandlung des Umknicktraumas hat sich das PECH-Prinzip bewährt: Pause, Eis, Compression und Hochlagern. Dazu sollte das betroffene Bein unter Zuhilfenahme von Unterarmgehstützen entlastet werden. Eine lokale Kühlung hilft bei Schwellungen. Eine elastische Wickelung des geschwollenen Sprunggelenks sorgt durch Kompression für eine Reduktion der Schwellung. Die wichtigste Maßnahme ist jedoch, das Bein sofort hochzulegen. Dabei sollte es über Herzhöhe gebracht werden, damit der Blutrückfluss zum Herzen erleichtert wird. Unter Ruhigstellung in einer Schiene, die das seitliche Verkippen im Sprunggelenk verhindert, dauert es ungefähr sechs Wochen, bis die Bänder ihre Reißfestigkeit zu 60 bis 70 Prozent wiedererlangt haben. Wird zusätzlich Physiotherapie durchgeführt, kann in neun von zehn Fällen ein Resultat ohne weitere Instabilität oder Schmerzen erreicht werden.

Vom Stöckelschuh nicht gleich zum Sport

Beim Tragen von Schuhen mit hohen Absätzen werden die vorderen Sehnen des Fußes gedehnt, während die Wadenmuskulatur oft verkürzt wird. Wer nach vielen Stunden auf hohen Schuhen Sport machen will, sollte unbedingt erst einmal seine Füße durch Drehbewegungen lockern und die Zehen auf und ab bewegen. Überstrapazierte Sehnen, die beim Sport wieder stark gefordert sind, zeigen ein erhöhtes Verletzungsrisiko. Auch hier hilft es, eine Zeit lang barfuß zu gehen, um dem Fuß seinen natürlichen Bewegungsablauf zurückzugeben.

Umknicken vermeiden heißt Arthrose vorbeugen

Jedes Umknicken verursacht Verletzungen am Sprunggelenk. Je häufiger man über die Jahre umknickt, desto größer ist das Risiko für verschleißbedingte Knorpelveränderungen (Arthrose). Aus gelegentlichen Schmerzen beim Sport aber auch im Alltag kann ein Dauerschmerz werden und in der Folge auch zu einer zunehmenden Bewegungseinschränkung am Sprunggelenk führen. Selbst Autofahren kann für Betroffene dann sehr unangenehm werden.

Quelle: AGA – Gesellschaft für Arthroskopie

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