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Richtiges Anlegen des Pflasters will gelernt sein – in der Apotheke besteht bei einem Informationsabend Gelegenheit dazu.
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Die Ausstattung der Hausapotheke in Sachen Erste Hilfe lässt manchmal zu wünschen übrig.

 
Allgemeinmedizin 5. Juli 2016

Gut verbunden

Die Apotheke versorgt nicht nur mit dem richtigen Material, sondern auch mit Wissen und Kompetenz.

Eine fachkundige Versorgung der Wunden benötigt neben geeigneten Arznei- und Verbandmitteln auch fachliches Wissen. Die Apotheke kann sicherstellen, dass ihre Kunden im Fall der Fälle beides parat haben.

Ob im Haushalt oder beim Sport, bei der Gartenarbeit oder beim Herumtollen auf dem Spielplatz: Gefahren, sich zu verletzen, lauern überall. Jede Verletzung sollte möglichst rasch und sachgerecht versorgt werden. Wobei die optimale Wundversorgung mehrere Aufgaben erfüllt: Sie verhindert, dass die Wunde sich möglicherweise infiziert, schafft die Voraussetzung für eine optimale Heilung und soll zugleich dafür sorgen, dass keine großflächigen Narben zurückbleiben. Möglich ist dies aber nur, wenn die Wunde sachkundig versorgt wird und dazu die richtigen Arznei- und Hilfsmittel griffbereit sind.

Das Thema geht alle an

Wer Wunden möglichst gut versorgen will, muss also auch gut vorbereitet sein. Insbesondere gilt dies für Haushalte mit Kindern – aber nicht nur für diese. Prinzipiell besteht überall die Gefahr, dass Menschen sich verletzen, ganz gleich ob zu Hause oder unterwegs, im Beruf oder in der Freizeit.

Dementsprechend groß ist die Zielgruppe für eine Aktion zur optimalen Wundversorgung: Das Thema ist für alle Apothekenkunden relevant – und dies prinzipiell das ganze Jahr über. Im Sommer allerdings ist die Gefahr, sich bei Outdooraktivitäten oder auf der Urlaubsreise eine Wunde zuzuziehen, erhöht, und gerade Kinder, die es jetzt zum Toben nach draußen zieht, sind stärker gefährdet. Damit steigen auch der Beratungsbedarf und das Interesse der Kunden.

Vielfältige Anknüpfungspunkte

Wie relevant das Thema Wundversorgung ist, dürfte vielen Menschen erst dann bewusst werden, wenn sie mit einer Verletzung konfrontiert sind: Was tun, wenn man sich am heißen Gartengrill die Hand verbrannt, beim Sturz vom Fahrrad den Arm aufgeschürft, beim Heckenschneiden den Finger blutig gequetscht hat? Die meisten wissen „ungefähr“ was zu tun ist, die wenigsten wissen es genau. Der Erste-Hilfe-Kurs fand vor der Führerscheinprüfung statt, ist also schon eine Weile her. Meist ähnlich ernüchternd: der Blick in die Haus-, Sport- und Reiseapotheken, wo die notwendigen Heil- und Hilfsmittel fehlen oder unbrauchbar sind.

Die Apotheke kann dazu motivieren, eine Auffrischung des Erste-Hilfe-Kurs zu machen. Kunden sollen für das Thema Wundversorgung sensibilisiert werden, die wichtigsten Informationen erhalten und für die Aktualisierung von Haus-, Reise- oder Sportapotheke gewonnen werden. Die Apotheke belegt ihre Kompetenz als Arzneimittelfachstelle ebenso wie als empathischer Gesundheitsexperte.

Beratung, kompakte Information und ein gutes Sortiment

Informationen rund um das Thema Wunden bzw. Wundversorgung vermittelt die Apotheke nicht nur im Kundengespräch, sondern auch über Handzettel und Flyer, zudem sollten sie auf der Website der Apotheke zu finden sein. Allerdings ist bei Gefahr im Verzug häufig noch der griffbereite Handzettel in der Hausapotheke schneller bei der Hand.

Auch die Vermittlung praktischer Fertigkeiten kann in der Apotheke angeboten werden: Wie wird ein Verband richtig angelegt? Wie lassen sich Pflaster gut anbringen z.B. auch an Fingerkuppen oder in der Armbeuge? Im Rahmen eines Informationsabends beispielsweise können und dürfen die Kunden fragen und üben. Abrunden lassen sich diese Informationen u.a. durch das Ansprechen des Impfschutzes (Tetanus!) und die Weitergabe von hilfreichen Notfalladressen – u.a. im Hinblick auf Tollwutverdacht, bzw. ggf. auch Giftnotruf.

Die „hohe Schule“ der Beratung besteht darin, nicht nur allgemein zu einem Thema zu informieren, sondern auch auf die individuelle Situation der Kunden einzugehen. Beispiel: Wer sich danach erkundigt, ob Kinder im Haushalt leben und wie alt sie sind, kann ein Informationsgespräch zur richtigen Behandlung „klassischer“ Verletzungen von Kindern und den dazu notwendigen Produkten anschließen. Oder: Gezielt nachfragen, welche Sportarten der bewegungsaktive Kunde betreibt und ihm anschließend erläutern, wie er mögliche Verletzungen, z.B. Schürfwunden, Blasen, effektiv behandeln bzw. ihnen vorbeugen kann und womit.

Eine wichtige Zielgruppe für die individuelle Beratung sind natürlich auch Kunden, die unter einer chronischen Wunde leiden, bzw. deren Angehörige, und entsprechende Betreuung benötigen. Hier lässt sich die individuelle Beratung ggf. auf die Zusammenarbeit mit dem Pflegepersonal erweitern und/oder mit einem Angebot entsprechender Hilfsmittel (z.B. Wechseldruckmatratzen, spezielle Sitzkissen) ergänzen.

Ins Sortiment für die Wundbehandlung gehören: Verbandmull, Mullbinden, elastische Binden, Verbandschere, Heftpflaster (Rolle), weitere Pflaster wie auch Folienverbände, Splitterpinzette, Wundschnellverbände, Sicherheitsnadeln, (Brandwunden-)Verbandpäckchen, Wunddesinfektionsmittel, Wund- und Brandsalbe, Blasenpflaster, Einmalhandschuhe.

Eine Veranstaltung für die Kunden

Beratung und Information haben beim Thema Wundbehandlung einen hohen Stellenwert. Spezielle Veranstaltungen für die Kunden können einen Vortrag zum Thema Wunden und deren Behandlung enthalten, einen Kurzkurs zur Ersten Hilfe bei Wunden („Workshop Wundbehandlung“) – mit begrenzter Teilnehmerzahl und nach Anmeldung. Darin lernen die Teilnehmer, wie die wichtigsten Wunden behandelt werden und legen selbst Verbände an. Ein Quiz zur Wundbehandlung lädt alle Kunden zur Teilnahme ein. Dabei locken neben Gewinnen auch der Wissenszuwachs bei konkreten Fragen zur Wundbehandlung und Unterhaltung bei Fragen wie: Wie viele Zentimeter lang ist eine Rolle Verbandmull?

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