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© R. Gryc/AUVA
 
Allgemeinmedizin 6. Juni 2016

Viel Sonne, wenig Creme

Der Nacken ist der am stärksten von UV-Strahlung belastete Bereich.

Nun beginnt die Jahreszeit, in der die UV-Strahlung ihren Höhepunkt erreicht. Richtiger Sonnenschutz ist in der Freizeit – und bei der Arbeit wichtig.

In die Reiseapotheke wandern Tuben und Tiegel ganz automatisch, Après-Creme, Gel oder Creme bei Sonnenbrand. Daheim, im Garten oder bei der Arbeit auf der Baustelle, wer denkt da an Sonnenbrand? Sollte man aber. Zwischen 11 und 15 Uhr ist die UV-Strahlung intensiv. Beim Arbeiten im Freien ist Eincremen allein zu wenig. Nur ein umfassender Sonnenschutz schützt vor Haut- und Augenschäden.

Obwohl nur drei Prozent der auf der Erdoberfläche auftreffenden Sonnenstrahlung aus der biologisch hoch wirksamen UV-Strahlung besteht, ist dieser Anteil für Sonnenbrand oder Hautkrebs verantwortlich. Die Haut vergisst nicht und sie vergibt auch nicht: „Jeder Sonnenbrand – vor allem in jungen Jahren – erhöht das Risiko, an Hautkrebs zu erkranken“, sagt der AUVA-Experte für Berufskrankheitenbekämpfung, Dr. Emmerich Kitz. „Aber auch für die Augen stellt die Sonne ein erhebliches Gesundheitsrisiko dar. Zu den möglichen Schäden zählen Horn- und Bindehautentzündung oder Grauer Star.“ Eine Studie bei Bauarbeitern und Spenglern ergab: Der am stärksten UV-belastete Bereich ist der Nacken. Die durchschnittliche UV-Strahlung des Nackens überschritt den tolerierbaren Wert um das bis zu Vierzehnfache. Es zeigte sich, dass der Selbstschutz der Haut für einen achtstündigen Arbeitstag nicht ausreicht. Auch die Belastung der Augen war bei den Testpersonen deutlich erhöht. Speziell bei reflektierenden Oberflächen (Blechbearbeitung, Höhenbaustellen) sind Sonnenbrillen notwendig.

Das Vermeiden direkter Sonneneinstrahlung ist die wirksamste Maßnahme, um die Gesundheit von Haut und Augen zu erhalten. Wenn möglich, sollten Arbeiten in Innenräume verlegt werden oder Arbeitsplätze mit Sonnensegeln und Sonnendächern beschattet werden.

Sonnencreme bevorzugt

Auch wenn Experten das Vermeiden von UV-Strahlung und textilen Lichtschutz als wichtigste Schutzmaßnahmen vor Sonnenbränden ansehen, greifen die allermeisten Menschen primär zu Sonnencremes. Das wurde nun in einer australischen Studie bestätigt, in der über 4.000 Menschen zwischen 14 und 45 in fünf aufeinanderfolgenden Sommern zu ihrem Sonnenschutzverhalten befragt wurden (Koch S. et al., Sunscreen Increasingly Overshadows Alternative Sun-Protection Strategies, Journal of Cancer Education 2016, DOI 10.1007/s13187-016-0986-5). Zu jedem Zeitpunkt war das Auftragen von Sonnencreme das meistgenutzte Mittel (bis zu 76 Prozent der Befragten). Vor allem junge Menschen (82 Prozent) und Frauen (74 Prozent) griffen auf die Sonnenschutzpräparate zurück, im Vergleich zu Erwachsenen (60 Prozent) und Männern (68 Prozent). Dieser Trend nahm über die Jahre zu. Wenn zu wenig aufgetragen wird, sind Sonnencremes als alleiniger Schutz vor UV-Strahlung ungeeignet.

Schutzausrüstung kommt auf der Baustelle dann zum Einsatz, wenn technische und organisatorische Maßnahmen ausgeschöpft sind. Dazu zählt vor allem Kleidung mit dem Sonnenschutzfaktor UPF 50+, das heißt die Belastung durch UV-Strahlung wird mindestens auf ein Fünfzigstel (auf zwei Prozent) reduziert und eine Hautschädigung vermieden. Moderne Funktionskleidung aus Mikrofaser leitet den Schweiß nach außen ab und kann einen kühlenden Effekt haben. Kappen oder Arbeitshelme sollten mit einem Nackenschutz ausgestattet sein. Unbedeckte Körperstellen müssen eingecremt werden.

Zum Schutz der Augen sollte eine Sonnenbrille mit passendem UV-Filter getragen werden, die das Auge vollständig abdeckt. Als PSA (Persönliche Schutzausrüstung) bei der Arbeit muss die Brille ein CE-Kennzeichen tragen sowie eine Schutzstufe (häufig 5-2 oder 5-2,5) nach EN 172 aufweisen. Im Freizeitbereich definiert die Norm EN 12312 Kategorien von 0-4, wobei im Alltag eine Sonnenschutzbrille Kategorie 2 oder 3 gewählt werden sollte ( ww.auva.at/gesunde-haut ).

MB/springermedizin.de/AUVA, Ärzte Woche 23/2016

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