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Allgemeinmedizin 17. Mai 2016

Smartphone für die Telemedizin entdeckt

Blutdruck-Apps der Patienten können den Arzt am Laufenden halten.

Blutdruck-Apps sind genauer als „Tagebücher“, wenn sie die Messdaten automatisch an den Arzt leiten. Das bringt Vorteile für die Kontrolle von Hochrisikopatienten.

Die Gesundheits-Apps boomen. In Sachen Bluthochdruck sind sie nur von Vorteil, wenn sie vom Betroffenen selbst gemessene Werte direkt an den Arzt übermitteln. Sonst ist eher Vorsicht geboten, hieß es am 09. Mai bei einer Pressekonferenz der Deutschen Hochdruckliga in Berlin aus Anlass des Welt-Hypertonie-Tages am 17. Mai (siehe Standpunkte Seite 2).

Prinzipiell gilt als Bluthochdruck, wenn beim Arzt mehrfach höhere Werte als 140/90 mmHg gemessen werden. Allerdings ist die Aussagekraft von regelmäßig selbst gemessenen Blutdruckwerten höher. Sie betragen zumeist um die 5 mmHg systolisch und diastolisch weniger als in Ordinationen etc., weil dann der „Weißkittel-Effekt“ wegfällt.

Immer mehr Handy-Apps in Sachen Hypertonie wollen den Betroffenen das Leben erleichtern. Einen medizinischen Nutzen erhalten Health-Apps erst, wenn sie die vom Patienten gemessenen Werte selbstständig an einen Arzt weiterleiten. „Diese telemedizinische Übermittlung von Blutdruckwerten oder anderer Vitaldaten in die Arztpraxis ist der Patientenselbstdokumentation weit überlegen“, sagte Dr. Egbert Schulz vom Blutdruckinstitut Göttingen. Sie liefere dem Arzt fast hundertprozentig realistische Werte im Gegensatz zum Blutdrucktagebuch, in das der Blutdruck nur zu 30 bis 70 Prozent korrekt eingetragen werde.

Engmaschig überwachen

Patienten mit einer Hypertonie, die beispielsweise auf sehr niedrige Werte unter 120 mmHg systolisch eingestellt sind, sollten engmaschig überwacht werden, da so eine intensive Therapie mit Nebenwirkungen einhergeht, wie etwa ein viel zu niedriger Blutdruck. Für solche Hochrisikopatienten dürfte so eine App Vorteile bieten.

Positiv könnten sich Apps auswirken, welche die Patienten beispielsweise an die Einnahme von Blutdruckmitteln erinnern oder registrieren, wie viel Bewegung eine Person am Tag macht. Doch darüber hinaus gehende Funktionen, zum Beispiel die automatisierte Blutdruck-Interpretation mit Ampelsystemen etc., sei schon kritisch zu sehen, erläuterte der Experte. Dann würden die Apps nämlich zu Medizinprodukten, die auch einer Kontrolle und Zulassung unterzogen werden müssten.

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