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Allgemeinmedizin 17. November 2005

Kolorektalkarzinom-Screening geplant

Die Sigmoidoskopie ist bei uns – im Gegensatz zu den USA – eigentlich keine eigene Untersuchung. Das Argument der Sozialversicherung ist immer, dass es zur Wirksamkeit der Koloskopie keine Studien mit Evidenz gibt. Bei der Sigmoidoskopie ist es hingegen nachgewiesen, dass die Mortalität um 90 Prozent gesenkt werden kann. Dem halte ich aber entgegen, dass das, was für das erste Drittel des Darmes gilt, wohl auch für den Rest Gültigkeit haben wird. Die Sigmoidoskopie entspreche einer Mammographie für eine Brust. Wenn man schon dabei ist, ist es jedenfalls besser, den ganzen Dickdarm zu untersuchen. Um die Akzeptanz der Darmspiegelung bei den Patienten zu erhöhen, propagieren wir die „Sanfte Koloskopie“. Dazu haben wir jüngst eine Checkliste herausgegeben. Die Prävention von Darmkrebs hat den große Vorteil, dass es 10 Jahre hindurch erkennbare Vorstufen gibt. Primäres Ziel ist demnach nicht seine Früherkennung, sondern seine Vermeidung.

ÖGGH-Empfehlung:

Ärztliches Gespräch vor dem 40. Lebensjahr, um das Risikopotenzial einzuschätzen. Bei Patienten ohne erhöhtes Risiko jährlich ein okkulter Bluttest, ab dem 50. Lebensjahr alle 7 Jahre eine Koloskopie. In Familien mit erblicher Karzinomkrankheit sollte man frühzeitig ein Beratungsgespräch führen und engmaschiger kontrollieren.

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