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Allgemeinmedizin 17. November 2005

"Der Willkür sind Tür und Tor geöffnet"

Die versprochene Liberalisierung der Werberichtlinien der Österreichischen Ärztekammer kann ich nur bedingt bestätigen. Die Begriffe „marktschreierisch“, „reklamehaft“ sowie „Darstellung medizinischer Exklusivität“ sind nach wie vor ohne genauere Definition im Text enthalten, sodass der Willkür und Interpretation des jeweiligen Disziplinaranwaltes weiterhin Tür und Tor geöffnet ist. Nach wie vor ist es möglich, Kollegen anonym anzuzeigen. Dies ist nicht nur menschenunwürdig, sondern zeugt von Charakterlosigkeit und Feigheit.
Des Weiteren fehlt eine übergeordnete Kontrollinstanz, die darauf achtet, ob eine Anzeige verfolgt wird oder nicht. Auf Grund der Kompliziertheit der Rechtsauffassung und der juristischen Diktion ist man förmlich gezwungen, bei einem Disziplinarverfahren einen Anwalt beizuziehen. Auch wenn der Prozess zu Gunsten des Betroffenen ausgeht, muss er die Kosten selber tragen. Ich halte diese Vorgehensweise nach wie vor aus demokratischer und menschenrechtlicher Sicht für sehr bedenklich.

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