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Allgemeinmedizin 17. November 2005

Viele Ärzte sind skeptisch

Wissenschafter der Abteilung für Allgemeinmedizin in Göttingen haben die Probleme bei der Umstellung von Originalpräparaten auf Generika in der hausärztlichen Praxis untersucht.

Die befragten Ärzte (188 Fragebögen ausgewertet) sahen zum großen Teil die wirtschaftliche Notwendigkeit der Umstellung ein. Doch nur 67 Prozent der Ärzte hielten Generika und Originalpräparate für gleichwertig. Neun Prozent berichteten über häufig vorkommende schlechtere Wirksamkeit von Generika. 68 Prozent der Ärzte gaben an, dass es bei umgestellten Patienten zu neuen Nebenwirkungen komme. Als Hinderungsgründe für die Umstellung wurden genannt: Vorurteile des Patienten (89%), fehlende Zeit des Arztes (66%) und schlechte Kooperation mit Krankenhäusern (65%). Durchschnittlich 11% der Patienten seien nach Einschätzung der Ärzte grundsätzlich nicht bereit, Generika einzunehmen.

Wie wird umgestellt?

Eine weiterführende persönliche Befragung beleuchtete die verschiedenen Strategien der Ärzte bei der Umstellung auf Generika. Eine Gruppe betonte die Bedeutung einer guten Arzt-Patienten-Beziehung, eine meinte, ein „eher autoritärer Umgang mit dem Patienten“ würde die Umstellung erleichtern. Bei einem weiteren Teil der Ärzte standen „äußere“ Hinderungsgründe durch Krankenhäuser, Apotheken, Kollegen und politische Institutionen im Vordergrund. Sie klagten über ein „Gefühl der Hilflosigkeit“. Diese Ärzte hätten zum Teil bereits resigniert und gingen der Umstellung aus dem Weg, meinten die Studienautoren. Die Koordinatorin der Studie, Dr. med. Anne Simmenroth, betont, dass die Ergebnisse nur für Deutschland relevant seien. Ihr persönlicher Eindruck von einer Diskussionsveranstaltung in Wien sei jedoch, dass die Zahl der Generika-Skeptiker unter den österreichischen Ärzten höher sei als in ihrem Land.

Infos: www.allgemeinmedizin.med.uni-goettingen.de

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