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Allgemeinmedizin 26. April 2016

Nicht übertreiben

Dosierung und Anwendungsdauer bei pflanzlichen Östrogenen beachten

Für Frauen, die isolierte Isoflavone gegen Wechseljahrbeschwerden einnehmen, gibt es Empfehlungen zur Dosierung und Anwendungsdauer, die eingehalten werden sollten, wie das Deutsche Bundesinstitut für Risikobewertung im vergangenen Jahr feststellte.

Soja und Rotklee sind zwei Beispiele für Pflanzen, in denen Isoflavone natürlicherweise vorkommen. Da sie im Körper eine (schwache) östrogene Wirkung entfalten, werden sie auch als Phytoöstrogene bezeichnet.

Experten waren sich lange Zeit uneinig, ob isolierte Isoflavone in Nahrungsergänzungsmitteln bei Frauen in und nach den Wechseljahren (Peri- und Postmenopause) in Hinblick auf ein erhöhtes Risiko von Brust-, Gebärmutter- und Schilddrüsenkrebs sicher sind. Nun gibt es dazu eine Stellungnahme der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA). Darin stellen die Experten fest, dass keine Hinweise auf unerwünschte Wirkungen von isolierten Isoflavonen auf die drei untersuchten Zielorgane bei Frauen nach der Menopause vorliegen. Grundlage für diese Aussage sind Humanstudien mit Präparaten auf der Basis von Soja (Dos.: Isoflavone/Extrakte bis zu 100 mg/d) bei einer Einnahmedauer von bis zu zehn Monaten sowie mit Präparaten auf der Basis von Rotklee (Dos.: Isoflavone bis zu 43,5 mg/d) bei einer Einnahmedauer von bis zu maximal drei Monaten.

Vorsicht. Aufgrund der eingeschränkten Datenlage lässt sich nach Ansicht der EFSA für Frauen in der Perimenopause keine Aussage treffen. Auch beziehen sich die Aussagen nur auf gesunde Frauen. Sie gelten nicht für Personen, bei denen in der Vergangenheit eine östrogenabhängige Krebserkrankung der Brustdrüse oder der Gebärmutter diagnostiziert wurde, oder die gerade akut erkrankt sind.

Fazit

Das Bundesinstitut für Risikobewertung schließt sich der Einschätzung der EFSA bezüglich der Sicherheit von isolierten Isoflavonen an und empfiehlt, die angegebene Dosierung und die Einnahmedauer nicht zu überschreiten. Um die Sicherheit unter Langzeitanwendung beurteilen zu können, sind laut Institut weitere Forschungen nötig.

SpringerMedizin

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