zur Navigation zum Inhalt
 
Allgemeinmedizin 26. April 2016

Hilfe zum Rauchstop

Der Suchtfaktor ist psychisch und physisch

Obwohl immer weniger Minderjährige rauchen, liegt das durchschnittliche Einstiegsalter zwischen elf und zwölf Jahren. Rauchen kann an der Entstehung von etwa 40 Krankheiten beteiligt sein – die wichtigsten sind Lungenkrebs, Herzinfarkt, Schlaganfall, „Raucherbein“, COPD.

Fatale Folge bei regelmäßiger Nikotinzufuhr: Immer mehr Nikotinrezeptoren entstehen, und sie alle wollen „gesättigt“ werden. Das schafft man nur durch einen höheren Zigarettenkonsum. So macht die Substanz Nikotin zwar abhängig, bei der Entstehung schwerer gesundheitlicher Schäden spielt sie aber eine untergeordnete Rolle. Denn sie ist nur eine unter etwa 4000 anderen Chemikalien im Tabakrauch, viele davon sind nachweislich kanzerogen. Gifte wie Formaldehyd, Arsen, Blei und Cadmium schädigen zudem Erbgut und Fetus, das sehr giftige Kohlenmonoxid verdrängt den Sauerstoff aus den Erythrozyten – besonders Herzkranzgefäße und Gehirn leiden unter der Unterversorgung. Der Konsum von Zigaretten fördert darüber hinaus Parodontitis, lässt die Haut schneller altern und ist ein Risikofaktor für eine erektile Dysfunktion.

Die Qual der Wahl

Um aus den vielen Möglichkeiten der Nikotinersatztherapie die richtige für den Kunden auswählen zu können, helfen einige Fragen. Diese können beispielsweise an den Fagerströmtest angelehnt sein, der eine Einstufung der Nikotinabhängigkeit erlaubt und von der Anzahl der gerauchten Zigaretten bis zum Anlass für den Entschluss zum Aufhören die individuelle Situation erkundet.

Entzugserscheinungen kontern

Beim Rauchverzicht treten typische körperliche Entzugssymptome Reizbarkeit und Unruhe, Angst oder Depression, Konzentrationsstörungen und Verstopfung auf. In der ersten Woche nach dem Rauchstopp sind sie am stärksten ausgeprägt und nach ein bis zwei Monaten weitgehend verschwunden. Nikotinersatzprodukte können – in Form von Kaugummi, Pflaster, Lutschtabletten, Inhaler oder Spray – die Nikotinrezeptoren sättigen und so die physische Entzugssymptomatik lindern.

Da die psychische Abhängigkeit durch Lernvorgänge entsteht, muss diese durch eine bewusste Änderung von Verhaltensweisen abtrainiert werden. Dabei hilft beispielsweise auch, so viele Menschen im persönlichen Umfeld wie möglich zu informieren, die motivieren können. Um durchzuhalten, hilft es, sich deutlich zu machen, in welchen Situationen der Griff zur Zigarette erfolgte, und sich Alternativen dazu zu überlegen. Tritt dennoch das Verlangen auf, zu rauchen, hilft oft Ablenkung durch Sport oder eine Entspannungsübung und die Beschäftigung des Munds und der Hände z. B. durch Kaugummikauen oder das Kneten eines Igelballs.

SpringerMedizin

Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare abgegeben.

Mehr zum Thema

<< Seite 1 >>

Medizin heute

Aktuelle Printausgaben