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© Juan Gärtner / fotolia.com
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Allgemeinmedizin 26. April 2016

Gesundes Herz hilft fittem Hirn

Besserungen im Gedächtnis, den exekutiven Funktionen und der motorischen Fähigkeiten.

Derzeit leiden schätzungsweise 100.000 Österreicher an Demenz. Ihre Zahl wird sich in den nächsten 20 Jahren, Prognosen zu Folge, verdoppeln. Eine gute körperliche Fitness kann nicht nur das Herz, sondern auch das Gehirn bis ins hohe Alter fit und jung halten. Das zeigt eine Studie der MedUni Graz.

Mit fortschreitendem Alter werden vaskuläre und degenerative Veränderungen im Gehirn immer häufiger beobachtet. Parallel dazu steigt das Risiko für Demenz ab dem 65. Lebensjahr. Die Bedeutung eines gesunden Herzens für die Gehirnfunktion und die Entwicklung von Denk- und Gedächtnisprozessen im Alter sind Gegenstand der Forschung der Forschungseinheit „Genetische Epidemiologie“ am Institut für Molekularbiologie und Biochemie der MedUni Graz. Vor allem die körperliche Fitness älterer Menschen steht dabei im Mittelpunkt der Untersuchungen.

Ein Fitness-Test der Teilnehmer, die ein Durchschnittsalter von 65 Jahren aufwiesen, berücksichtigte Körpergewicht, Ruhepuls und die maximale Herzfrequenz bei einem Belastungstest am Ergometer. Zusätzlich wurden das Gedächtnis, motorische Fähigkeiten sowie exekutive Gehirnfunktionen der insgesamt 877 Teilnehmer aus Graz analysiert. MRT-Scans, um mögliche Gehirnschädigungen bedingt durch vaskuläre oder degenerative Veränderungen zu erkennen, dienten zur umfassenden Erhebung des Gesundheitszustandes.

Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass ein höheres Fitnessniveau mit besseren globalen kognitiven Fähigkeiten in Zusammenhang gebracht werden kann. Insbesondere erzielten fitte Studienteilnehmer bessere Resultate in den kognitiven Domänen Gedächtnis, exekutive Funktion und motorische Fähigkeiten. Der breite positive Effekt von Fitness auf die kognitiven Funktionen des Gehirns war unabhängig von Alter und Geschlecht zu beobachten, wurde allerdings bei Übergewichtigen abgeschwächt.

Verlangsamte Alterungsprozesse

Die kognitiven Funktionen des Gehirns der Teilnehmer mit dem höchsten Fitnessniveau entsprechen jenem, von bis zu sieben Jahre jüngeren Personen. Sehr fitte ältere Menschen haben demnach ein „jüngeres“ Gehirn im Vergleich zu jenen Gleichaltrigen, deren Fitnessniveau niedrig ist. „Angesichts der Tatsache, dass die Wahrscheinlichkeit einer Alzheimer-Erkrankung sich von 0,5 Prozent bei den 65-Jährigen, auf sechs bis acht Prozent bei den 85-Jährigen erhöht, ist die Wirkung von Fitness auf die Gehirnalterung als klinisch relevant einzustufen“, stellt die Leiterin der Forschungsgruppe, Prof. Dr. Helena Schmidt, fest. Über welche Mechanismen Fitness die kognitiven Fähigkeiten im Alter beeinflusst, und ob es möglich ist, durch verstärktes Training zur Steigerung der Herzgesundheit auch eine bessere Gehirngesundheit in jedem Alter zu erreichen, ist derzeit noch zu beantworten. Auch wenn Fitnesstraining eine bessere Gehirngesundheit vielleicht nicht garantieren kann, so kann man mit körperlicher Fitness positive Auswirkungen auf das allgemeine Wohlbefinden erreichen. „Regelmäßige Bewegung sollte daher unbedingt angestrebt werden“, so Schmidt.

Die Studie fand im Rahmen der Austrian Stroke Prevention Study statt. Die Austrian Stroke Prevention Study ist eine populationsbasierte Studie in der Grazer Bevölkerung, die seit 1991 an der Universitätsklinik für Neurologie in Kooperation mit der Klinischen Abteilung für Kardiologie durchgeführt wird.

Quelle: Presseaussendung MedUniGraz

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