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Allgemeinmedizin 26. April 2016

Schöner Haartraum

Alter, Krankheit und Nährstoffmangel können die Haarpracht empfindlich trüben.

Haare haben eine starke symbolische Bedeutung. Sie galten in der Geschichte lange Zeit als Zeichen der Macht und auch, wenn sich bezüglich Haarmoden einiges geändert und vieles möglich ist. Haarausfall wirkt dagegen für die Betroffenen meist beunruhigend. Die Ursachen können vielfältig sein. Finden sich plötzlich mehr Haare als üblich in Kamm oder Bürste, suchen Betroffene deshalb oft zuerst in der Apotheke Rat und Hilfe.

Jedes Haar unterliegt einem Wachstumszyklus, der mit seinem schmerzlosen Ausfall beendet ist. Täglich lösen sich so bis zu 100 Haare von der Kopfhaut. Erst wenn mehr als 100 Kopfhaare pro Tag ausfallen, sprechen Mediziner von Haarausfall (Effluvium). Die Ursachen und auch das Erscheinungsbild können sehr vielfältig sein.

Umschriebener Haarausfall. Darunter fällt die Alopecia areata mit scharf begrenzten, haarlosen Herden im Kopf- und Bartbereich. Als Auslöser wird eine Autoimmunreaktion des Körpers diskutiert, die sich gegen die Haarwurzel richtet.

Diffuser Haarausfall. Lichtet sich das Haar dagegen auf dem gesamten Kopf, ist oft eine genetisch bedingte Empfindlichkeit der Haarfollikel gegen männliche Hormone (Androgene, Dihydrotestosteron, DHT) die Ursache. Die androgenetische Alopezie tritt bei Männern und Frauen auf. Während sich bei Männern die typischen Geheimratsecken und eine Tonsur bilden, dünnen die Haare bei Frauen mehr oder weniger um den Mittelscheitel herum aus. Sie werden aber selten völlig kahl.

Auch Infekte, Krebs, Diabetes mellitus und Schilddrüsenfunktionsstörungen oder Vergiftungen lassen die Haare schwinden. Ebenso hormonelle Umstellungen nach einer Schwangerschaft oder dem Absetzen oraler Kontrazeptiva. Eisenmangel, Stress und die Einnahme von Medikamenten, etwa Antidepressiva, Betablocker, Lipidsenker oder Zytostatika ziehen ebenfalls diffuse Haarverluste nach sich.

Aus dem OTCSortiment

Wichtig bei der Behandlung von Haarausfall ist es, die Ursachen aufzuspüren und auszuschalten. Betroffene müssen zudem wissen, dass es längere Zeit dauern kann, bis sich sichtbare Erfolge zeigen.

Androgenetische Alopezie

Alfatradiol. Die Substanz hemmt lokal das Enzym 5-alpha-Reduktase, welches Testosteron in die Haarfollikel schädigendes DHT umwandelt. Somit fehlt der Auslöser der androgenetischen Alopezie.

Aminexil/Minoxidil. Gegen anlagebedingten Haarausfall bei Männern und Frauen stehen weitere Topika zur Verfügung. Aminexil, ein Verwandter von Minoxidil, soll einer Verkleinerung der Haarfollikel entgegenwirken und Haarverluste bekämpfen. Minoxidil fördert die Durchblutung der Kopfhaut und regt die Zellteilung in den Haarfollikeln an. In Folge wird das Haarwachstum stimuliert, und das Haar verdickt sich.

Was sonst noch hilft

Das Haar von innen nähren und das Nachwachsen bei diffusem Haarausfall stimulieren soll z. B. Biotin (Vitamin H). Siliciumdioxid trägt im Haar zur Vernetzung der Keratinstränge im Bereich der Schwefelatome durch Siliciumbindung bei und kräftigt es. Auch Kombinationen aus Vitamin B1, Calciumpanthothenat, der schwefelhaltigen Aminosäure Cystin, Keratin und Medizinalhefe sowie Hirseextrakt, Calciumpanthotenat und Cystin regen das Haarwachstum an und verbessern die Haarqualität. Zur Pflege und Durchblutungsförderung der Kopfhaut, können Haarwässer, etwa mit Coffein, sinnvoll sein.

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