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Allgemeinmedizin 26. April 2016

Haargenau gepflegt

Das große Angebot an Shampoos macht die Auswahl nicht immer leicht.

Zur Haarwäsche hatten unsere Urgroßeltern nur Wasser und Seife. Heute steht uns eine Fülle an Shampoos zur Verfügung – die Auswahl ist nicht immer leicht.

Auf Anregung einer Kundin entwickelte Hans Schwarzkopf, Inhaber einer Drogerie in Berlin, ein Haarwaschmittel in Pulverform, das er 1904 auf den Markt brachte. Auch das erste flüssige Haarwaschmittel, das 1927 folgte, stammte aus der Erzeugung des Drogisten. Bis dahin war das Waschen mit den damals erhältlichen Haarwaschseifen ein eher mühsames Geschäft: Wegen ihres alkalischen pH-Wertes reizten sie nicht nur die Kopfhaut und brannten in den Augen. Beim Spülen mit kalziumreichem „hartem“ Wasser bildeten sich auch Kalkseifen, die das Haar stumpf erscheinen ließen. Deshalb sollten Spülungen mit Essig oder mit Zitronensäure nach der Wäsche wieder Glanz bringen.

Shampoos müssen heute vielen Anforderungen genügen. Sie sollen die Haare und die Kopfhaut gut und mild reinigen, schäumen, verträglich sowie praktisch in der Handhabung sein. Dazu braucht es einen ganzen „Cocktail“ an Inhaltsstoffen, unter anderem Wasser (70%), Tenside (10 -20 %), Konservierungs- und Verdickungsmittel oder Farb- und Duftstoffe.

Duft- und Farbstoffe sorgen für sensorische Akzeptanz der Haarwaschmittel.

Konservierungsmittel machen Shampoos haltbar.

Organische Säuren – Zitronen-, Milch- oder Weinsäure – puffern die Formulierungen und stellen sie auf einen schwach sauren pH-Wert ein.

Pflegestoffe helfen, den gesunden Zustand der Haare zu erhalten. Dazu zählen Silikone, Fettalkohole, Öle und Wachse, Proteinhydrolysate und Aminosäuren, Feuchthaltemittel wie Harnstoff sowie Vitamine, etwa Panthenol (Provitamin B5).

Tenside sind die waschaktiven Substanzen und damit für die Reinigungskraft des Shampoos verantwortlich. Anionische Basistenside lösen Schmutz und schäumen. Zugemischte amphotere Cotenside verbessern deren Waschkraft und Hautverträglichkeit. Nicht ionische Tenside gehören zu den mildesten waschaktiven Substanzen und kommen oft in extramilden Shampoos zum Einsatz. Kationische Cotenside (Konditionierer) dagegen reinigen kaum, sie dienen vor allem als Pflegestoffe, die Kämmbarkeit und Glanz verbessern sollen.

Als Verdicker wirken Elektrolyte wie Natriumchlorid, Polymere oder Fettalkohole, die für Viskosität sorgen und ein zu schnelles Abrinnen der Shampoos vom Haar verhindern.

Als Wirkstoffe sind zum Beispiel Ketoconazol, Octopirox oder Zinkpyrithion gegen schuppenauslösende Pilze wie Malassezia-Hefen enthalten.

An den individuellen Zustand angepasst

Bei der Beratung in der Apotheke gilt es, das Shampoo an den individuellen Haarzustand der Kunden anzupassen. Feines Haar zum Beispiel wird durch zu reichhaltige Shampoos beschwert und sieht schnell fettig aus. Trockenes wiederum kommt ohne Pflegestoffe nicht aus.

Die Erhöhung der Dosis hilft bei Shampoos nicht unbedingt viel. Damit das Haar nicht stumpf und strähnig aussieht, sollte das Shampoo gründlich mit lauwarmem Wasser ausgespült werden.

Babyshampoos. Sie enthalten hautfreundliche Tenside und sind sehr mild. Empfehlenswert sind sie nicht nur für Babys und Kinder, sondern auch für die tägliche Wäsche oder für trockenes Haar.

Cremeshampoos. Sie enthalten zusätzlich Verdickungsmittel und bilden unter anderem die Basis von Shampoos gegen trockene, juckende Kopfhaut.

Pflegeshampoos. Diese sind mit Pflegestoffen angereichert und eignen sich für trockenes und/oder gefärbtes Haar.

Volumenshampoos. Inhaltsstoffe, wie beispielsweise hoch disperses Siliciumdioxid, rauen die Haaroberfläche auf, erschweren damit das Aneinandergleiten der Haare und verleihen der Frisur bei feinem Haar so mehr Halt.

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