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Allgemeinmedizin 26. April 2016

Gewünscht: Eigenverantwortung

Die persönliche Beratung als intensivste Vermittlungsform – der Apotheker mit höchstem Vertrauen

Die Eigenverantwortung von Patienten und daran anknüpfend Möglichkeiten der Gesundheitsförderung standen im Mittelpunkt des 4. PMCA-Impuls Treffens in Wien. Die Rolle der Apotheker wurde dabei vom obersten Standesvertreter der Österreichischen Apotheker, Mag. pharm. Max Wellan, hervorgehoben.

Die zunehmende Eigenverantwortung der Patienten, die sich informieren und selbst aktiv werden, könnte sich für die Gesundheitsstärkung nützen lassen. Denn Non-Compliance und suboptimaler Lebensstil erhöhen nicht nur die Kosten des Gesundheitssystems, sondern beeinträchtigen die Lebensqualität und das Wohlbefinden der Gesamtgesellschaft. Die Apothekerkammer hat mit einem speziell entwickelten Programm für Patienten, der Apo-App ein Instrument zur Stärkung der Eigenverantwortung geschaffen, das sich mit bisher etwa 500.000 Downloads als eine der meistgenutzten Apps des heimischen Gesundheitssystems etabliert hat. Damit wollte man auch verhindern, so Wellan, „dass andere – vielleicht weniger vertrauenswürdige – Institutionen eine so essentielle Schlüsselposition mit einer App einnehmen.“ Das Vertrauen in die heimische Apothekerschaft sei jedenfalls im internationalen Vergleich ebenso wie im Berufsgruppenvergleich besonders hoch. Die durchschnittliche „Behaltenskurve“ unterstreicht die Wichtigkeit persönlicher Beratung: „Die Behaltenskurve zeigt, welchen Prozentsatz einer vermittelten Information Sie nach 24 Stunden noch wissen. Mit 90 Prozent steht der Dialog im persönlichen Beratungsgespräch dabei klar an oberster Stelle“, erklärte Wellan.

Das entscheidende Alleinstellungsmerkmal, den USP der Apotheke, sieht er aber in der emotionalen Komponente: „Wir in der Apotheke sind in laufendem, direktem und niederschwelligem Kontakt mit dem Patienten. Wir kennen ihn und beraten ihn – weit über den Beipackzettel hinaus – individuell und umfassend“, so Wellan. Das wahre Einsparungspotential liege mit 1,4 Milliarden Euro übrigens im Non-Adherence Bereich, gefolgt von Faktoren wie Medikationsfehlern und schlecht gemanagter Polymedikation.

Belohnung für Prävention

Die SVA entwickelte vor einigen Jahren, unter dem Eindruck der Kündigung des SVA-Vertrags durch die Österreichische Ärztekammer, das Projekt „Selbstständig Gesund“, um die Eigenverantwortung der Versicherten zu stärken, den Vorsorgegedanken zu forcieren und entsprechende Anreize für gesundheitsbewusstes Verhalten zu schaffen. Dazu bedient man sich sogenannter Nudges – kleiner Anreize für Versicherungsnehmer, auch, aber nicht nur, in finanzieller Form. Das Projekt „Gesundheitscheck Junior“ widmet sich der Vorsorgeuntersuchung in der Zielgruppe der Kinder und Jugendlichen in Wien und im Burgenland. Ziel ist die Förderung der Gesundheitskompetenz dieser Altersgruppe. Zahlen dazu sollen, so Dr. Michael Müller von der SVA, im Mai präsentiert werden.

Bei der „Best of“ Gala des PMCA werden am 19. Mai die kreativsten Ideen aus dem Pharmamarketing in zehn Kategorien prämiert.

Quelle: Presseaussendung Welldone

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