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Allgemeinmedizin 15. Februar 2016

Drei Fragen stellen die Weichen

Der Hausarzt kann in einer Minute die Gefahr für eine COPD erörtern.

Frühdiagnose und Frühintervention sind die besten Maßnahmen, um bei COPD die Krankheitsprogression zu verlangsamen.

Die Volkskrankheit COPD ist unterdiagnostiziert, etwa 40 Prozent aller Patienten sind nicht erkannt. Diese Situation kann der Hausarzt durch ein simples Screening mit nur drei Fragen verbessern:

• Ist der Patient über 40?

• Raucht er?

• Hustet er?

Bejaht der Patient die Fragen, sollte der Hausarzt einen Lungenfunktionstest veranlassen. Die Chance, dann eine COPD zu entdecken, liegt bei 30 Prozent, erläutert der Pneumologe Prof. Dr. Felix Herth, Chefarzt der Thoraxklinik am Universitätsklinikum Heidelberg, bei einem Pressegespräch des Unternehmens Boehringer Ingelheim in Berlin.

Warum sollte man bei COPD eine Frühdiagnose anstreben? Herth: Bei COPD-Patienten kommt es zu einem kontinuierlichen Verlust der Lungenfunktion. Dieser Abfall ist im frühen GOLD-Stadium II am stärksten ausgeprägt. Die körperliche Einschränkung führt zudem zu einem Verlust von Muskulatur. Aus diesem Grund sind Frühdiagnostik und Frühintervention die besten Maßnahmen, die Krankheitsprogression zu verlangsamen.

Zentraler Punkt ist hierbei die Therapieadhärenz. Leider haben COPD-Patienten häufig keine gute Compliance, weder bei der so wichtigen regelmäßigen körperlichen Aktivität noch bei der Medikation.

Kombination, um die Lunge zu entblähen

Herth hält es deshalb für entscheidend, dass die Therapie möglichst einfach durchzuführen ist und dem Patienten schnell eine spürbare Verbesserung der Atemnot bringt. „Man kann mit einer Monotherapie beginnen und bei Bedarf auf eine Kombination steigern. Oder man beginnt mit einer stark wirksamen Kombination, um die Lunge so stark wie möglich zu entblähen. Ich favorisiere letzteres Vorgehen“, so Herth.

Wichtig ist, dass zwei Bronchodilatatoren (LAMA und LABA) kombiniert werden und nicht ein Bronchodilatator plus inhalatives Kortikosteroid (ICS). Denn die duale Bronchodilatation hat sich der LABA/ ICS-Kombination in mehreren Studien als überlegen erwiesen. „Inhalative Steroide setzen wir bei COPD nur ein, wenn die Erkrankung häufig exazerbiert“, erläuterte Herth. Eine noch relativ neue Option für die duale Bronchodilatation ist eine Kombination aus einem LAMA Tiotropium und mit dem sehr langwirksamen LABA Olodaterol, das bei COPD bewährt und wissenschaftlich gut untersucht ist. In Studien war die Kombination beiden Monokomponenten bezüglich Lungenfunktion, Lebensqualität und zusätzlich benötigter Notfallmedikation überlegen. Der duale Bronchodilatator entbläht die Lungen wirksam und ermöglicht es den Patienten, sich wieder stärker körperlich zu belasten.

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