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Allgemeinmedizin 25. Jänner 2016

Häufig und quälend

Halsschmerzen als Begleitsymptom von Erkältungen sind meist gut behandelbar.

Der Hals ist trocken, das Schlucken fällt schwer: Halsschmerzen sind meist das unangenehme Symptom einer akuten Rachenentzündung. Im Rahmen einer Erkältung sind sie mit Mitteln der Selbstmedikation meist gut in den Griff zu bekommen.

Es beginnt meist mit einem leichten Kribbeln im Hals, wenn sich Erkältungsviren in der Rachenschleimhaut festgesetzt haben. Darauf reagiert diese mit einer Entzündung, die sich in Rötung, Schwellung und Schmerzen äußert. Manchmal kommen Heiserkeit und versagende Stimme hinzu.

Tonsillitis. Die Entzündung der Gaumenmandeln trifft häufig Kinder und kann sehr schmerzhaft sein. Oft sind die benachbarten Lymphknoten geschwollen.

Pharyngitis. Die Rachenschleimhaut ist entzündet. Wie grundsätzlich bei Infektionen der oberen Atemwege, kann nicht nur der Schmerz auf die Ohren übergreifen, sondern es können über die Tuba auditiva auch pathogene Keime einwandern.

Laryngitis. Durch die Entzündung des Kehlkopfgewebes (und der Stimmbänder) treten nicht nur Schmerzen auf, sondern die Stimme erscheint heiser bis hin zum totalen Verlust. Außerdem sind Entzündungen der Luftröhre (Tracheitis), des Kehlkopfdeckels (Epiglottis) oder der Lymphbahnen der seitlichen Rachenwand (Seitenstrangangina) möglich.

In der Selbstmedikation

Halsschmerzen sind wahrscheinlich bei den meisten Apothekenkunden, besonders in der kalten Jahreszeit, harmlos. Dennoch sollte im Beratungsgespräch sichergestellt werden, dass es sich nicht um schwerwiegende Infektionen handelt: So rufen etwa das Eppstein-Barr-Virus (Pfeiffersches Drüsenfieber, Mononucleose), beta-hämolysierende Streptokokken (Scharlach) oder Corynebacterium diphtheriae (Diphterie) starke Beschwerden hervor, die vom Arzt behandelt werden müssen. Das OTC-Sortiment ist breit gefächert: Im Vordergrund stehen Präparate zum Lutschen, da dies den Speichelfluss anregt, die Mund- und Rachenschleimhaut befeuchtet und damit zur Symptomlinderung beiträgt. Für Diabetiker gibt es zuckerfreie Produkte.

Schmerzen lindern. Dazu eignen sich prinzipiell lokalanästhetisch wirkende Substanzen wie Ambroxol, Benzocain oder Lidocain. Wohltuend ist auch der kühlende Effekt von Levomenthol, welches darüber hinaus ebenfalls anästhesierend wirkt

Entzündung hemmen. Dazu kommen nicht steroidale Antiphlogistika wie Flurbiprofen zum Einsatz. Sie bekämpfen die Entzündung, die die Schmerzen verursacht und wirken somit kausal. Angewendet werden sie topisch oder systemisch.

Erregerzahl vermindern. Viele Lutschpräparate basieren auf antiseptischen oder auch antibiotischen Substanzen. Beispiele sind lokale Antiseptika wie 2,4-Dichlorbenzylalkohol und Amylmetacresol, sie hemmen Wachstum und Vermehrung der Erreger. Quartäre Ammoniumverbindungen wie Benzalkonium- und Cetylpyridiniumchlorid oder Cetrimoniumbromid wirken ebenfalls antimikrobiell.

Schleimhaut befeuchten. Mit hyaluronsäurehaltigen Halsschmerztabletten sind in den vergangenen Jahren wirksame Präparate zum OTC-Sortiment hinzugekommen.

Wann zum Arzt

Halsschmerzen sollten in der Selbstmedikation nicht länger als drei Tage in Eigenregie therapiert werden. Zum Arzt geschickt werden muss jeder Kunde mit starken Schluckbeschwerden, Ohrenschmerzen, regional geschwollenen Lymphknoten oder Mandeln, mit Fieber über 39 Grad Celsius, mit Begleitbeschwerden wie Atemnot oder mit Halsschmerzen, die länger als eine Woche andauern oder häufiger als viermal im Jahr auftreten.

Springer-gup

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