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Allgemeinmedizin 25. Jänner 2016

Fiebrige Erkältung

Vielfältige Angebote der Selbstmedikation für besondere Bedürfnisse

Hochsaison für Erkältungen und grippale Infekte. Viele Möglichkeiten der Selbstmedikation stehen zur Auswahl – auch für Kunden mit Spezialwünschen wie beispielsweise ein passendes Präparat bei veganer Ernährung.

Zwar hält sich hartnäckig die Volksmeinung, dass eine Unterkühlung durch unzureichende Kleidung die Ansteckungsgefahr erhöht. Das ist jedoch nicht nachgewiesen. Vielmehr lösen Viren 90 Prozent der Erkältungen aus, darunter häufig Adeno-, Rhino-, Parainfluenza-, Coxsackie- und RS-Viren. Sie sind das ganze Jahr über aktiv, haben ihre Hauptsaison aber von Oktober bis April.

Der Grund: Im Herbst und Winter überleben die Viren längere Zeit auf Oberflächen wie Einkaufswagengriffen oder Türklinken – auch ohne einen Wirt. Die Übertragung erfolgt daher nicht nur durch Tröpfchen wie beim Niesen und Husten, sondern häufig auch durch Körperkontakt, etwa beim Händeschütteln. Hinzu kommt das Austrocknen der Schleimhäute durch trockene Heizungsluft. Gelangen Erkältungsviren in die Schleimhaut des Nasen-Rachen-Raums, vermehren sie sich rasant.

Beratungstipps

Mit gezielten Fragen lassen sich die speziellen Wünsche der Kunden gut erkunden: Was ist beispielsweise dem Veganer besonders wichtig bei der Auswahl seiner Arzneimittel, worauf soll geachtet werden?. Veganer verzichten auf jegliche tierischen Produkte, also nicht nur auf Fleisch, sondern z. B. auch auf Milch, Eier, Leder oder Wolle. Bei einem Medikament ist daher wichtig, dass es ebenfalls keine tierischen Bestandteile enthält. Bevorzugt wird auch, wenn keine Tierversuche damit durchgeführt worden sind.

Ein mögliches Angebot: Pflanzliche Arzneimittel gegen Erkältungskrankheiten, eventuell Generika, die ohne Tierversuche auskommen, oder ein passendes Präparat einer alternativen Therapierichtung. Aufgrund der Schilderung der genauen Beschwerden und deren Dauer sowie von Grunderkrankungen oder Dauermedikamenten erfolgt die Auswahl.

Therapiemöglichkeiten

Zur Behandlung der Erkältungssymptome stehen zum einen schmerzlindernde und fiebersenkende Erkältungsklassiker wie ASS, Paracetamol, Ibuprofen zur Verfügung. Hier können anhand von Inhaltsstoff-Listen laktose- und gelatinefreie Varianten ausgewählt werden. Hilfsstoffe pflanzlichen Ursprungs sind z. B. Saccharose, Cellulose, Agar-Agar.

Vor allem zur Linderung der Erkältungsbegleitsymptome Schnupfen – und oft im weiteren Verlauf auch Husten – gibt es zum anderen einige gut dokumentierte pflanzliche und auch für Veganer passende Arzneimittel. Geeignet sind z. B. Produkte mit Extrakten aus Thymian, Efeu, Primel, Eibisch, Holunder, Kaplandpelargonie oder ätherischen Ölen wie Minz- und Eucalyptusöl. Auch hier können laktose- und gelatinefreie Zubereitungen ausgewählt werden. Ebenfalls hilfreich bei Erkältungsinfekten (vor allem im Anfangsstadium): Extrakte aus Wasserdost, Sonnenhut, Lebensbaum, Färberhülse, Kapuzinerkressenkraut. Bei verstopfter Nase können zudem sanfte Nasensprays mit hyertonen Salzlösungen anstelle von chemischen Inhaltsstoffen genutzt werden.

Auch viele homöopathische Globuli und Schüßler-Salze enthalten inzwischen Saccharose (Rohrzucker) als Trägerstoff anstelle von Laktose. Jedoch ist zu beachten, dass auch der potenzierte Wirkstoff eines Homöopathikums tierischen Ursprungs sein kann. Ein Beispiel ist das bei stechenden Halsschmerzen angewendete Mittel Apis mellifica, das aus Honigbienen hergestellt wird.

Generell ratsam: häufiges Händewaschen, in die Armbeuge niesen, Taschentücher nur einmal benutzen. Und hygienischer als das höfliche Händeschütteln zur Begrüßung ist der unter Jugendlichen beliebte Faustgruß; sogar ein Wangenküsschen überträgt weniger Krankheitserreger als der Handkontakt.

Springer-gup

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