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© Schumann
Kommunikation mit demenzkranken Menschen lässt sich lernen.
 
Allgemeinmedizin 22. Dezember 2015

Demenzfreundliche Apotheke

Kompetenz und Aufmerksamkeit schaffen für alle Seiten Sicherheit.

Kompetenz im Umgang mit verwirrten, verunsicherten Kunden trägt wesentlich zu einem vertrauensvollen Verhältnis zum Apotheker und seinen Mitarbeitern bei. Beide Teile erhalten so mehr Sicherheit und höhere Zufriedenheit. Mit dem Gemeinschaftsprojekt „Demenzfreundliche Apotheke“ ist es gelungen, wirkungsvolle Maßnahmen für die Beratung und Betreuung Betroffener und deren Angehörigen in den Apotheken zu entwickeln. Gleichzeitig soll damit ein Beitrag zur Sichtbarkeit und Entstigmatisierung des Themas Demenz geleistet werden.

Schätzungsweise 113.000 Menschen leiden in Österreich an Demenz – mit ihnen sind auch pflegende Angehörige betroffen. „Apothekerinnen und Apotheker haben immer wieder und vor allem langjährigen Kontakt zu Demenzpatienten und betreuenden Angehörigen. Es liegt daher nahe, dass das große Potential der Apotheken im Hinblick auf die Beratung und Betreuung dieser Personen genutzt und ausgebaut wird“, so Mag. pharm. Max Wellan, Präsident der Österreichischen Apothekerkammer. Kompetente Betreuung erfordert aber auch fachgerechte Schulung und Beschäftigung mit den spezifischen Anforderungen der Zielgruppe und potentiellen Schwierigkeiten in der Kommunikation. Daher wurden in einem Pilotprojekt des Instituts für Palliative Care und OrganisationsEthik, der Selbsthilfegruppe Alzheimer Austria und der Österreichischen Apothekerkammer, an dem 18 Apotheken in Wien und Niederösterreich teilnahmen, drei Jahre lang Maßnahmen entwickelt und umgesetzt, die die optimale Versorgung sicherstellen sollten. Ein wesentlicher Punkt dabei war auch die Einbindung der Angehörigen, die in der alltäglichen Betreuung von Demenzkranken einen besonderen Stellenwert einnehmen.

In der ersten Projektphase wurden in Workshops mit Apothekerinnen und Apothekern sowie mit pharmazeutisch-kaufmännisch Angestellten Themengebiete wie die Kommunikation mit Menschen mit Demenz, die Vernetzung mit Organisationen, die Beratung von betreuenden Angehörigen sowie die pharmazeutische Betreuung bei Demenz erarbeitet. Die zweite Projektphase stand im Zeichen der Umsetzung der Projektideen wie z.B. die Gründung eines Angehörigenstammtisches, die Gestaltung einer Informationsecke oder Auslage in einer Apotheke, die Etablierung von Demenztagen/-wochen sowie Filmvorführungen. Zusätzlich wurden diese Maßnahmen wissenschaftlich und mit Experten unterstützt. Darüber hinaus wurde das Thema Demenz in Form von Demenztagen oder einer Demenzwoche auch in der Gemeinde, im Bezirk oder in der Region sichtbar gemacht.

Sowohl Apotheken als auch betreuende Angehörige waren mit den Ergebnissen durchaus zufrieden. Mehr Kompetenz und Vernetzung der Apotheken mit Organisationen, wie Betreuungseinrichtungen und Selbsthilfegruppen sowie hohes Engagement wurden von allen Beteiligten positiv wahrgenommen.

Auszeichnung als Signal

Die Apotheken, die die Entwicklung zur „Demenzfreundlichen Apotheke“ durchlaufen haben, werden als „Demenzfreundliche Apotheke“ ausgezeichnet. Aufbauend auf den Erfahrungen und Ergebnisse des Projektes, steht nun für interessierte Apotheken ein Paket mit Materialien zur Verfügung, die dabei unterstützen und dazu anleiten, die erprobten Maßnahmen im eigenen Bereich nachhaltig umzusetzen.

Quelle: Presseinformation Österreichische Apothekerkammer

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