zur Navigation zum Inhalt
 
Allgemeinmedizin 21. September 2015

Update-Kurs Gendermedizin

Mit Blended Learning zum besseren Verständnis für den „kleinen Unterschied“.

Fragen zu geschlechtsabhängigen biologischen und psychosozialen Unterschieden und den daraus resultierenden differenzierten Diagnose- und Therapieansätzen gehören heute in sämtlichen Fachdisziplinen zum medizinischen Alltag. Ein neuer Kurs liefert ein zeitsparendes Update.

Der Begriff Gendermedizin stammt aus den USA und hat sich seit zirka 15 Jahren auch in Europa als eigener wissenschaftlicher Bereich in der Medizin etabliert. Im Jahr 2010 wurde der erste Lehrstuhl für Gender Medicine in Österreich eingerichtet – die Expertin für Endokrinologie und Stoffwechsel, Alexandra Kautzky-Willer, erhielt die erste Professur.

Der Alumni Club der MedUni Wien hat in Kooperation mit der Gender Medicine Unit der MedUni Wien und der Gesellschaft der Ärzte in Wien einen Blended-Learning-Kurs entwickelt, der interessierten Ärztinnen und Ärzten ein zeitsparendes Update zum Thema Gendermedizin ermöglicht: Vorträge und ein Film, in dem österreichische Experten das Thema Gendermedizin aus der Sicht der unterschiedlichsten Disziplinen beleuchten, können bequem im Internet angesehen werden. Auch die dazu ergebenden Fragen werden online gestellt und beantwortet. Beim Präsenz-Workshop am 7. Oktober vertieft Prof. Dr. Alexandra Kautzky-Willer dann die Thematik, bringt Fallbeispiele und diskutiert offene Punkte (für Online-Kurs und Workshop werden 10 DFP-Punkte angerechnet).

Kautzky-Willer: „Das Erkennen und Berücksichtigen von geschlechtsspezifischen Unterschieden und Bedürfnissen ist ein wesentlicher Schritt zur personalisierten Medizin. Was in der Kardiologie begann, weitete sich auf zahlreiche Fachgebiete der Medizin aus. Endokrinologie, Gastroenterologie, Neurologie, Psychiatrie, physikalische Medizin und Sexualmedizin sind Beispiele für eine erfolgreiche Integration gendermedizinischer Ansätze. Das Ziel ist, die Gendermedizin in sämtlichen Fachdisziplinen der Medizin zu verankern, um allen Patientinnen und Patienten eine adäquate und zielgerichtete Therapie zu ermöglichen.“ Wie verlief die geschichtliche Entwicklung und Etablierung der Disziplin Gender Medicine und was genau versteht man darunter? Welche Auswirkungen kann der viel zitierte „kleine Unterschied“ auf das Herz, den Darm, die Psyche, das Schmerzempfinden, den Stoffwechsel, die Sexualität und die Wirkung von Medikamenten haben? Welche Chancen und Potenziale bieten gendermedizinische Überlegungen für die Medizin der Zukunft? Wann ist die personalisierte Medizin eine logische Konsequenz der geschlechterspezifischen Ansätze? Dies sind einige der Fragen, die im Rahmen des Kurses erläutert und diskutiert werden. „Unabhängige Fortbildung für Ärztinnen und Ärzte ist dem Alumni Club der MedUni Wien ein großes Anliegen“, so Club-Präsident Prof. Dr. Harald Sitte. „Wir haben die Form des ‚blended learning‘ gewählt, da uns natürlich bewusst ist, wie begrenzt das Zeitbudget der Kolleginnen und Kollegen ist. Bei dem angebotenen Kurs kann der Online-Teil bequem von zu Hause aus und dann konsumiert werden, wenn man gerade Zeit dafür hat. Im Präsenzworkshop wird die Thematik dann vertieft und der persönliche Austausch kommt nicht zu kurz.“

Der Einstieg ist sofort nach Anmeldung und Bezahlung möglich. Die Multiple-Choice Testfragen zum Einführungsfilm und jedem der sechs Fachvorträge werden online beantwortet und sind Voraussetzung für die Teilnahme am Workshop.

Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare abgegeben.

Medizin heute

Aktuelle Printausgaben