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Allgemeinmedizin 14. September 2015

Tipps zur Gesundheit aus dem Internet

Ungeprüfte Online-Portale lassen derzeit zu wünschen übrig.

Viele Menschen suchen heute im Internet Informationen über Krankheiten und Rat für die eigene Gesundheit. Die Informationen sind zahlreich sowie leicht und schnell zugänglich. Die Qualität ist allerdings bei vielen Anbietern mangelhaft.

Die Zahl der Portale und Apps, die Patienten eine Diagnose oder einen Handlungsvorschlag anbieten, ist mittlerweile unüberschaubar. Doch eine aktuelle Studie zeigt, dass diese „Tools“ oft ungenau sind. Die Deutsche Gesellschaft für Innere Medizin e.V. (DGIM) warnt deshalb davor, sich allein auf ferndiagnostische Hilfsmittel zu verlassen. Tipps aus dem Netz können die persönliche Beratung nicht ersetzen.

Internetportale oder Apps, die dabei helfen, medizinische Symptome zu deuten, werden immer beliebter. „Telemedizin und andere internetbasierte Techniken haben ein großes Zukunftspotential“, sagt Prof. Dr. Gerd Hasenfuß, Vorsitzender der DGIM. Dennoch seien Gesundheits-Apps und Portale mit Vorsicht zu nutzen, wie eine Studie des British Medical Journals (BMJ) jetzt nahelegt.

In der Selbstmedikation besonders schwach

In der BMJ-Studie untersuchten Forscher 23 internationale Online-Portale auf ihre Tauglichkeit zur Ferndiagnose. Acht gaben nach Eingabe der Symptome eine Diagnose an, vier empfahlen entsprechende Handlungsmaßnahmen und elf gaben beides an. Nur bei etwa einem Drittel nannten die Portale die richtige Dia-gnose. Etwas bessere Resultate lieferten Programme, die dem Patienten aufgrund der Symptome einen Handlungsvorschlag geben: 57 Prozent der Angaben stimmten. Insbesondere bei Symptomen, die einen Notfall suggerierten, gaben diese Tools in 80 Prozent der Fälle die Empfehlung, einen Arzt oder ein Krankenhaus aufzusuchen. Weniger verlässlich waren die Ergebnisse bei Patienten, die ihre Beschwerden ohne medizinische Hilfe in den Griff bekommen können: Nur bei einem Drittel lagen die Portale richtig. Die alleinige Konsultation von Apps und Online-Tools bei Krankheitssymptomen sei derzeit nicht empfehlenswert, so die DGIM.

Quelle: Presseaussendung DGIM

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