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Allgemeinmedizin 18. August 2015

Wichtig: Richtig temperiert

Arzneimittel vor Hitze schützen oder auch kühlen

Die heuer extreme Sommerhitze stellt auch für die richtige Lagerung von Medikamenten eine Herausforderung dar. Die Kühlkette sicherzustellen zählt zu einer der essentiellen Aufgabe des Apothekers – und gewinnt auch im Hinblick auf Arzneimittelfälschungen zusätzliche Brisanz.

Für Deutschland wurde kürzlich die Zahl von 26 Millionen kühlpflichtigen Medikamenten veröffentlicht, die alleine durch die Abgeltung der Gesetzlichen Krankenversicherung regis-triert wurden. Vom Kunden selbst bezahlte Arzneimittel sind hier noch gar nicht erfasst. Insgesamt dürfte die Zahl der kühlpflichtigen Medikamente daher noch höher liegen.

Eine niederländische Studie mit etwa 330 Patienten zeigte, dass die Mehrheit der Patienten ihre kühlpflichtigen Medikamente nicht korrekt lagert. Viele der kühlpflichtigen Medikamente sind zudem sehr teuer. Eine falsche Lagerung kann deshalb auch vermeidbare Kosten verursachen.

Der Patient ist sich der Auswirkung oft nicht bewusst

„Patienten lagern ihre Medikamente falsch, weil sie sich der Bedeutung der Kühlung nicht bewusst sind“, so Dr. Peter Froese, vom Deutschen Arzneiprüfungsinstitut e.V. (DAPI). Die Aufklärung durch den Apotheker, welche Medikamente das ganze Jahr über in den Kühlschrank gehören und welche bei extremer Hitze besser kühl gelagert werden sollten, ist ein wichtiger Beitrag für die Arzneimittelsicherheit. So kann große Hitze auch einigen Medikamenten schaden, die normalerweise bei Raumtemperatur gelagert werden.

Etwa ein Drittel der 26 Mio. kühlpflichtigen Arzneimittel (8 Mio. Packungen) in der Untersuchung des DAPI mussten vom Patienten nicht nur Zuhause, sondern auch beim Transport von der Apotheke nach Hause gekühlt werden. Dafür eignen sich zum Beispiel Isoliertaschen oder Styroporbehälter. Ein direkter Kontakt zwischen Medikamenten und Kühlelementen sollte jedoch vermieden werden, denn ein Ein- oder Anfrieren könnte die Wirkung der Medikamente ebenfalls vermindern. Beispiele für kühlkettenpflichtige Medikamente sind unter anderem Impfstoffe gegen Masern, Mumps und Röteln oder Gelbfieber. Auch einige Dosieraerosole gegen Asthma sowie einige Glaukom-Augentropfen müssen ununterbrochen gekühlt werden.

Quelle: abda

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