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Allgemeinmedizin 5. August 2005

Rutengeher und Mediziner als Partner

Seit einem Jahr gibt es in St. Pölten etwas in Europa Einzigartiges: ein Institut, das sich bemüht, Einflüsse durch Wasseradern und andere geopathische Störungen wissenschaftlich zu fassen. Finanziell unterstützt wird es dabei von öffentlichen Stellen: der niederösterreichischen Gebietskrankenkasse, der Stadt St. Pölten und dem Land.

"Begonnen hat alles", erzählt Dr. Michael Ehrenberger, Allgemeinmediziner und Leiter des Europäischen Zentrums für Umweltmedizin (EZU), "mit einer Art Saulus-Paulus-Bekehrung. Der frühere Generaldirektor der niederösterreichischen Gebietskrankenkasse bekam an seinem neuen Arbeitsplatz Gelenksbeschwerden. Ein Rutengeher sah sich die Sache an und empfahl ihm, seinen Sitzplatz etwas zu verlegen." Die Beschwerden legten sich. Der Generaldirektor, "der vorher von solchen Sachen überhaupt nichts hielt", wollte nun "der Sache auf den Grund gehen", eine Studie wurde in Angriff genommen.

100 Schlafplätze von zwei Teams untersucht

"Zwei Rutengeher-Teams untersuchten die Schlafplätze von 100 chronisch Kranken, vor allem Krebspatienten", erklärt Ehrenberger. "Dabei kam heraus, dass fast 90 Prozent der Kranken auf gestörten Zonen lagen." Diesbezüglich waren sich die zwei unabhängig voneinander agierenden Teams weitgehend einig.
"Zweifellos bewegt man sich dabei in einem Gebiet, das die meisten Wissenschafter als Hokuspokus abtun", weiß Ehrenberger. Eine Reihe von Untersuchungen deuteten allerdings darauf hin, "dass doch etwas dran sei". Und vor allem gebe es eine Reihe von Menschen, die nach Befolgen der Ratschläge der Radiästheten eine spürbare Erleichterung ihrer Beschwerden erfahren haben.

Brauchen Sie einen Rutengeher?

Eine der Hauptaufgaben des EZU ist die Vermittlung von Rutengehern, "die nach unseren Kriterien arbeiten", so Ehrenberger. "Das heißt, sie dürfen keine Geschäftemacher sein und müssen sich sowohl mit natürlichen Störzonen auskennen als auch mit künstlichen Störfeldern wie Elektro-Smog und Strahlungen von Handys." Letztere verstärkten die schädliche Einwirkung von natürlichen Störzonen, meint Ehrenberger. Bisher wurden in ca. 140 Häusern an die 400 Schlafstellen untersucht.

Insbesondere den Hausärzten empfiehlt Ehrenberger, bei verschiedenen Erkrankungen auch die Möglichkeit einer solchen Umweltbelastung ins Auge zu fassen: "Bei jeder Krebserkrankung und bei therapieresistenten Erkrankungen sollte der Hausarzt einen Rutengeher miteinbeziehen. Das ist nicht viel Aufwand und kann wirklich helfen." Andere typische Anzeichen für eine geopathische Belastung sind: Kinder, die nicht durchschlafen oder bettnässen, Gelenksbeschwerden, Kopfschmer- zen und Depressionen. Wobei für Ehrenberger das Schlafen oder Arbeiten auf einer geopathischen Störzone nicht die alleinige Ursache für eine Beschwerde ist: "Es ist einfach eine zusätzliche Belastung, eine Schwächung des Immunsystems, die man aber in den meisten Fällen beseitigen kann." Und das mit gutem Erfolg, so Ehrenberger: "Bei 86 Prozent der Untersuchten konnte eine Veränderung vorgenommen werden, sprich eine Verlegung der Schlafstelle. Bei 73 Prozent dieser Personen kam es zu einer deutlichen Verbesserung ihres Befindens innerhalb von sechs Wochen."

Das EZU vermittelt die Rutengeher in ganz Österreich, die Kosten sind mit öS 1.800,- normiert, in Niederösterreich übernimmt das Zentrum öS 500,-.

Mag. Kurt Sattlegger, Ärzte Woche 32/2001

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