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Allgemeinmedizin 5. August 2005

Ultrafeine Staubpartikel aus Abgasen erhöhen das Herzinfarkt-Risiko

Dallas. Forscher des US- amerikanischen Beth Israel Deaconess Medical Center und der Harvard School of Public Health haben in einer gemeinsamen Studie festgestellt, dass ultrafeine Staubpartikel aus Industrie- und Autoabgasen das Risiko für einen Herzinfarkt erhöhen (Circulation).

Verzögerte Reaktion des Körpers

Wie die Forscher herausfanden, stellen insbesondere winzige Staubteilchen in der Luft, die so genannten Partikelemissionen PM2,5 (sie besitzen einen Durchmesser von weniger als 2,5 Mikrometer) eine Gefahr dar. Zwei Stunden bevor bei den im Rahmen der Studie beobachteten Patienten Herzinfarkt- Symptome einsetzten, wurden besonders viele PM2,5- Teilchen in der Luft gemessen. Stieg die PM2,5-Konzentration in diesen zwei Stunden um 25 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft, erhöhte sich das Herzinfarkt-Risiko um 48 Prozent.

Die Staubteilchen sind so klein, dass sie durch normale Abwehrreaktionen des Körpers in den Lungen nicht herausgefiltert werden und tief in die Verästelungen der Lunge und die Alveoli gelangen", erklärt Douglas W. Dockery, Koautor der Studie, von der Harvard School of Public. Auch innerhalb eines Zeitraums von 24 Stunden nach den erhöhten PM2,5-Werten blieb das Herzinfarktrisiko höher als normal. Die Forscher gehen davon aus, dass dies durch eine verzögerte Reaktion des Körpers auf die Luftschadstoffe bedingt ist.

Dockery und Murray A. Mittleman vom Beth Israel Deaconess Medical Center hatten von Januar 1995 bis Mai 1996 772 Herzinfarkt-Patienten aus dem Bostoner Raum über den Zeitpunkt ihres Herzinfarkts und ihre Symptome befragt und die Informationen mit dem täglichen Schadstoffgehalt der Luft verglichen. "Unsere Studie ist die erste, die sich mit den Kurzzeitauswirkungen von Luftschadstoffen auf das Herzinfarktrisiko befasst", erklärt Murray A Mittleman.

Auch am Land nicht besser

Für eine Einschätzung, welche medizinischen Behandlungsmethoden bei durch Fein- staub-Inhalation verursachten kardiovaskulären Erkrankungen in Frage kämen, sei es noch zu früh. Weitere Studien sollen Klarheit bringen. Vorerst empfehlen die beiden Mediziner, an heißen Tagen, wenn das Schadstoffniveau besonders hoch sei, Aktivitäten im Freien einzuschränken und dies nicht nur in der Stadt. "Obwohl meistens angenommen wird, dass Feinstäube nur ein Problem von Großstädten sind, können sie durch den Wind auch in großem Umfang in ländliche Gegenden getragen werden. Einige der höchsten PM2,5-Konzentrationen wurden weitab von Großstädten gemessen", so Dockery.

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