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Allgemeinmedizin 27. Mai 2015

Time: an underestimated variable in minimizing the gender gap in medical college admission scores

Background: Results of medical college admission tests in Austria demonstrate the slightly worse performance of women, and are the basis for discussions around fairness and a basic science knowledge gap among female applicants.

Purpose: The purpose of this article was to investigate a basic science knowledge gap among female candidates of the admission test at the Medical University of Graz, and to evaluate whether the point of time of taking the examination has an influence on the test results.

Methods: Observational investigations of the results of the admission test at the Medical University of Graz were performed. A total of 3405 applicants were included in the study. Statistical analyses were performed by routine methods.

Results: Male Austrian applicants are invariably more successful than female Austrian applicants when they pass the admission test immediately after completing secondary education. When female as well as male candidates pass the admission test 1 year after completion of secondary education, the differences in the results are no longer statistically significant.

Conclusions: A basic science knowledge gap in the Austrian applicants can be confirmed. The variable time can be interpreted as an opportunity for the reduction of a basic science knowledge gap.

Zusammenfassung

Hintergrund: Im Rahmen der Aufnahmetests zum Studium an den Medizinischen Universitäten in Österreich erzielen Frauen weniger gute Testergebnisse als Männer. Dieses Ungleichgewicht ist Ausgangspunkt für Diskussionen rund um die Fairness der Aufnahmeverfahren und um einen Basic science knowledge gap unter weiblichen Testteilnehmerinnen.

Zielsetzungen: Zielsetzungen dieser Untersuchung waren die Feststellung, ob ein basic science knowledge gap unter den weiblichen Teilnehmerinnen zum Auswahlverfahren an der Medizinischen Universität Graz besteht, ob der Zeitpunkt der Testteilnahme einen Einfluß auf die Testergebnisse hat und, ob eine spätere Testteilnahme den basic science knowledge gap vermindern könnte.

Methoden: Im Rahmen einer Beobachtungsstudie wurden die Ergebnisse der Aufnahmetests zum Medizinstudium an der Medizinischen Universität Graz für die Jahre 2009, 2010 und 2011 untersucht. Die Ergebnisse von 3405 Kandidaten und Kandidatinnen wurden in die Analyse einbezogen. Die statistische Analyse wurde mit Routineverfahren durchgeführt.

Ergebnisse: Österreichische Bewerber sind ausnahmslos erfolgreicher als österreichische Bewerberinnen, wenn sie unmittelbar nach der Matura am Auswahlverfahren teilnehmen.

Erfolgt die Teilnahme am Aufnahmetest ein Jahr nach der Matura, sind die Unterschiede in den Testergebnissen von Bewerbern und Bewerberinnen statistisch nicht mehr signifikant.

Fazit: Die Ergebnisse der vorliegenden Analyse bestätigen die Existenz eines basic science knowledge gap bei österreichischen Bewerberinnen zum Medizinstudium. Dieser gap könnte möglicherweise reduziert werden, wenn weibliche Bewerberinnen zeitlich adäquate Vorbereitungsmöglichkeiten hätten.

 

Marion Habersack, Hans Peter Dimai, Daniel Ithaler, Prof. Gilbert Reibnegger, Wiener klinische Wochenschrift 7/8/2015

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