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Allgemeinmedizin 5. August 2005

Mehr Krankheiten im "Treibhaus Erde"

Der Flugverkehrsboom führt nicht nur zum Import von Krankheitserregern, sondern trägt auch zur Klimaerwärmung bei. Laut dem von der UNO eingesetzten Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC) könnte der Anteil des Flugverkehrs am Treibhauseffekt im Jahr 2050 bis zu 15 Prozent betragen.

Mit einer beeindruckenden Modellrechnung verdeutlicht Dr. Karl Otto Schallaböck, Wuppertal-Institut für Klima, Umwelt und Energie, wie problematisch Fernreisen sind: "Die Klimabelastung durch die Reise eines Paares in die Karibik entspricht dem Verbrauch von 6.000 Litern Benzin beim Autofahren." Sollte es auch in Europa wärmer werden, ist davon auszugehen, dass etwa die Malaria an Bedeutung gewinnen wird (S. Kovats et al. British Medical Journal 318, 1999, 1682-1685). Auch das Dengue-Fieber könnte in Zentral- und Südeuropa "heimisch" werden.

"Weiters führen milde Winter zu einer höheren Überlebensrate von Zecken und kleinen Waldnagern", erklärt der deutsche Medizinmeterologe Prof. Dr. Gerd Jendritzky. Dementsprechend sei in unseren Breiten mit einer Zunahme von FSME und Lyme-Borreliose zu rechnen. Global gesehen hält es die WHO für wahrscheinlich, dass durch die Klimaerwärmung noch mehr Menschen an Infektionskrankheiten leiden werden.

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