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Allgemeinmedizin 5. August 2005

Handy-Masten und Krebs

Über die gesundheitlichen Auswirkungen von Handy-Masten liegen bisher kaum Untersuchungen vor. Zum Teil hängt dies damit zusammen, dass Politik und Mobilfunkindustrie im Allgemeinen wenig Interesse daran haben, solche Studien zu finanzieren. "Das Thema ist für die Volksgesundheit aber von großer Bedeutung", so die Salzburger Gesundheitsreferentin und Landeshauptmann-Stellvertreterin Mag. Gabi Burgstaller. In einem Schreiben an die zuständige Infrastruktur-Ministerin DI Dr. Monika Forstinger ersuchte Burgstaller daher den Bund, eine Salzburger Studie über "Mobilfunk-Basisstationen und Krebs" mitzufinanzieren. 

Die Basisfinanzierung sollte vom Ministerium kommen, weil die Ergebnisse österreichweite Bedeutung haben, sagte die Gesundheitsreferentin. "Für das Salzburger Gesundheitsressort kann ich eine finanzielle Beteiligung zusichern, wenn der Bund grünes Licht zur Studie gibt", so Burgstaller weiter. Die Untersuchung würde der bekannte Umweltmediziner Dr. Gerd Oberfeld gemeinsam mit der Universität Wien durchführen.  Bereits im Frühjahr vergangenen Jahres hat die Salzburger Landessanitätsdirektion die Ministerin um finanzielle Unterstützung für eine entsprechende Studie ersucht. Das Kabinett von Forstinger kündigte daraufhin die Gründung einer interministeriellen Arbeitsgruppe (BMVIT und Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft) an. "Bis dato gab es aber keine Finanzierungszusage oder -absage", erklärte Burgstaller. 

Der rasche Ausbau der Mobilfunknetze in den vergangenen Jahren, der praktisch ohne Begleitforschung erfolgt ist, hat zahlreiche medizinische Fragen aufgeworfen. Auch die deutsche Strahlenschutzkommission hält es daher für "notwendig, die Kenntnisse über gesundheitliche Beeinträchtigungen durch elektromagnetische Felder mit Hilfe weiterer Forschung zu verbessern." Die Salzburger Studie soll nun mögliche Zusammenhänge zwischen elektromagnetischen Feldern des Mobilfunks und Krebserkrankungen untersuchen. Die Kosten würden rund 140.000 Euro (knapp zwei Millionen Schilling) betragen, 24 Monate nach Auftragserteilung könnten die Arbeiten abgeschlossen sein. 

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