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Allgemeinmedizin 5. August 2005

Elektronen gegen Ozonschicht

Die Zerstörung der Ozonschicht hat etliche Ursachen. Seit kurzem weiß man auch, dass sich die Klimaerwärmung negativ auf eine Erholung der Ozonschicht auswirkt. Prof. Dr. Tilmann Märk, Institut für Ionenphysik der Universität Innsbruck, und sein Team sind nun in Zusammenarbeit mit dem University College of London einem weiteren Phänomen auf die Spur gekommen. 

Märk: "Wir haben bewiesen, was früher niemand glauben wollte: Langsame Elektronen lagern sich an Ozon an, und zwar mit sehr großer Häufigkeit und mit dem Effekt, dass dabei das Ozon zerstört wird." Da in der Ionosphäre sehr viele dieser langsamen Elektronen vorhanden sind, sei klar, dass aufgrund dieser Ergebnisse die diversen Ozonmodelle neu gerechnet werden müssen.

Bindungsenergie des Fußballmoleküls im Ruß

Märk und seine Mitarbeiter haben, unterstützt vom FWF (Fonds zur Förderung der Wissenschaftlichen Forschung), Methoden und Geräte entwickelt, um die Wechselwirkung von Elektronen mit Atomen, Molekülen und Clustern untersuchen zu können. So konnten die Tiroler Wissenschafter in Zusammenarbeit mit der Universität Jerusalem die genaue Größe der Bindungsenergie des bekannten "Fußballmoleküls" C60, (Buckminster-Fulleren), das sich durch seine besondere Stabilität auszeichnet, bestimmen. 

Buckminster Fuller 

Fullerene (Buckyballs) sind nach Richard Buckminster Fuller (1895-1983) benannt. Dieser war unter anderem Architekt, Erfinder, Ingenieur, Philosoph und Dichter. Er entwickelte eine spezielle, selbsttragende Kuppel, die das Wahrzeichen der Weltausstellung in Montreal 1967 wurde. Als Richard E. Smalley " zusammen mit Curl und Kroto " das Fußballmolekül im Ruß entdeckte, war er aufgrund seiner Erinnerung an diese Kuppel in der Lage, das C60-Molekül als Papiermodell zusammenzubauen. Er nannte das Molekül daraufhin Buckminster-Fulleren. Gemeinsam mit Curl und Kroto erhielt Smalley 1996 den Nobelpreis für Chemie.

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