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Allgemeinmedizin 5. August 2005

Schlafstörungen ganzheitlich behandeln

Patienten haben vieles selbst in der Hand, um besser schlafen zu können und am nächsten Tag erholt zu erwachen. Eine wichtige Aufgabe des Hausarztes ist daher, auf typische Fehler beim Schlafengehen aufmerksam zu machen und mit den Patienten über Änderungsmöglichkeiten zu diskutieren.

Typische Gründe für eine verminderte Schlafqualität sind unregelmäßige Schlafenszeiten, am Abend deftiges Essen, zu viel Alkohol oder Sport.
Mit einem Schlaftagebuch oder einem Schlaffragebogen lässt sich die Ursache der Schlafstörung gut herausfinden. Für viele entwickelt sich aus Fehlvorstellungen über die normale Häufigkeit von Aufwachreaktionen eine echte Schlafstörung. Wir werden etwa 28 Mal in der Nacht wach, wir können uns nur meist nicht daran erinnern. Häufig machen sich Patienten unbegründet Sorgen über die normale Schlafunterbrechung, beginnen zu grübeln, bis sie sich verspannen, und können dann tatsächlich nicht mehr einschlafen.
An diesem Punkt kann man mit nichtmedikamentösen Maßnahmen wie Entspannungsübungen, Schlafrestriktion und Stimuluskontrolle sowohl kausal als auch langfristig erfolgreich ansetzen. Sind bei dem Patienten Medikamente nötig, sollte die Einnahme trotzdem immer mit nichtmedikamentösen Maßnahmen kombiniert werden.

Die wichtigsten sind:

  • Entspannungsmethoden wie autogenes Training und progressive Muskelentspannung: hier wird körperliche und geistige Anspannung reduziert.
     

  • Bei der Stimuluskontrolle soll der Patient die Assoziation "Bett gleich Schlaf" verbessern. Eine Konditionierung erfolgt durch Verhaltensmaßnahmen wie: nur bei Müdigkeit ins Bett, das Bett nur zum Schlafen nutzen, bei Nicht-Einschlafenkönnen das Bett nach 15 Minuten verlassen, regelmäßige Aufstehzeiten.
     

  • Bei der Schlafrestriktion wird die subjektiv empfundene Schlafzeit zur festen Schlafzeit vereinbart. Die so erzeugte Müdigkeit soll ein besseres Ein- und Durchschlafen ermöglichen.
     

  • Kognitive Techniken helfen, schlafbehindernde Gedanken zu unterbinden und negative Gedanken in angenehme umzuwandeln. Die Zeitpunkte um Problemlösungen anzugehen, werden vor dem zu Bettgehen angesetzt. Durch diese Methoden hat der Patient die Möglichkeit, seine Anspannungen selbst therapeutisch behandeln zu können. Auch der Schlafrhythmus kann auf dies Art langfristig selbst programmiert werden.

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