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Allgemeinmedizin 5. August 2005

Zahnschiene hilft gegen Schlafapnoe

In Österreich leiden rund 250.000 Menschen an Schlafapnoe. Diesen Patienten, die während des Schlafs von häufigen Atempausen geplagt werden, kann nun mit einer neuen Kunststoffschiene geholfen werden.

Wissenschaftliche Erhebungen zeigen, dass etwa 60 Prozent der Männer und 40 Prozent der Frauen über 60 Jahre schnarchen. Und bis zu zehn Prozent dieser Schnarcher leiden unter krank machendem Schnarchen. Schnarchen kann also nicht nur lästig und laut sein, vor allem für den Bettpartner, sondern auch krank machen und die Gesundheit ernsthaft gefährden.

Eine Zahnschiene aus Kunststoff hält den Unterkiefer in einer leichten Vorschubstellung und verhindert so das Erschlaffen der Gaumenmuskulatur. ?Der Atemweg wird optimal geöffnet?, beschrieb die deutsche Zahnmedizinerin Susanne Schwarting bei einem Pressegespräch in Salzburg den Effekt, der Schnarchen und Schlafapnoe bei den meisten Patienten verhindert.

In den USA ist die Therapie der Schlafapnoe mit Zahnschienen schon seit 20 Jahren üblich.

In Österreich war diese Therapie bisher unbekannt, sagte Prim. Dr. Michael Studnicka, Leiter der Landesklinik für Lungenkrankheiten. Er sieht in dem Gerät eine Alternative für jene Patienten, die eine Atemmaske in der Nacht als Therapiemethode nicht tolerieren.

Thornton Adjustable Positioner

Etwa 20 bis 30 Prozent der Patienten im Schlaflabor könnten von der Schiene profitieren, glaubt der Mediziner. Zielgruppe seien Menschen mit leichtgradiger Schlafapnoe sowie Schnarcher, weiß Schwarting aus ihrer Praxis in Kiel. Die Schiene helfe bei harmlosen Schnarchern zu 96 Prozent.

Die Schiene wurde vor einigen Jahren von dem amerikanischen Zahnarzt und Ingenieur Dr. Keith Thornton entwickelt.

Schnell zeigten wissenschaftliche Studien, dass mit Hilfe der TAP-Schiene (Thornton-Adjustable-Positioner) eine gezielte und wirksame Therapie des Schnarchens und der Schlafapnoe möglich war.

Mittlerweile gehört die TAP-Schiene in den USA zu den meistverwendeten Schnarchtherapiegeräten. Mit der Schiene werden auch gesundheitliche Risiken wie hoher Blutdruck, Herzrasen, Herz- und Kreislaufprobleme, Schlaganfall und Herzinfarkt reduziert.

Chronische Schlafstörungen, Kopfschmerzen, Tagesmüdigkeit und Konzentrationsschwäche sind oft die Folge eines ungesunden Schlafes. Außerdem steige das Unfallrisiko, sagte Studnicka. Die TAP-Schiene kann in diesen Fällen die Lösung für das Problem sein. Das Neue an der TAP-Schiene ist, dass der Patient die durchsichtig gebaute Kunststoffschiene selbst einstellen kann. Mit Hilfe einer Schraube kann der Patient die für ihn optimale Position der TAP-Schiene auf dem Unterkiefer einstellen.

Sie sei sehr komfortabel zu tragen, weiß der Zahntechniker Bernd Prüser, der die Schiene in Österreich anbietet und auch selbst verwendet. Der Zahntechniker berichtet von einem erholsameren Schlaf und hat so mehr Energie.

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