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Allgemeinmedizin 4. Mai 2015

Preis des Aufrichtens

Belastungen für Wirbelsäule sind stark.

Der Entwicklungssprung vom quadrupeden zum bipeden Gang belastet die Gesundheit des modernen Menschen und macht anfällig für Bandscheibenvorfälle.

Menschen sind stärker von Rückenbeschwerden betroffen als andere Primaten. Als Ursache dafür wird meist der grundlegende Umbau der menschlichen Anatomie genannt, der für die Umstellung vom vier- auf den zweibeinigen Gang nötig war.

Diese relativ rasche Entwicklung beeinträchtig die Gesundheit des modernen Menschen. Das haben Evolutionsbiologen der kanadischen Simon Fraser University ( www.sfu.ca ) entdeckt. „Wir haben uns gefragt, warum Menschen im Vergleich zu anderen Primaten so häufig an Rückenproblemen leiden“, sagt Studienleiterin Kimberly Plomp. Das Ergebnis bestätigt die Vermutung: Der zweibeinige Gang belastet den Rücken mehr als die vierbeinige Fortbewegung unserer evolutionären Verwandten, den Affen.

Den Experten nach ist die Wirbelsäule des Menschen anfälliger für Probleme. Sie untersuchten die Wirbelsäule von 141 Menschen, 56 Schimpansen und 27 Orang-Utans. Schimpansen sind Knie-Fuss-, Orang-Utans hingegen Kletterprimaten. Sie verwenden für die Fortbewegung Beine und Arme gleichermaßen.

Schmorl-Knorpelknötchen

In der Studie wurden die Wirbelform und die Art der Fortbewegung der Lebewesen mit dem Auftreten von Wirbelsäulenvorfällen untersucht. Der Mensch schnitt mit Abstand schlechter ab als nicht-menschliche Primaten. Von den 141 untersuchten Personen hatten 54 ein Schmorl-Knötchen – eine Verlagerung von Bandscheibengewebe in den Wirbelkörper. Menschen mit einem derartigen Bau der Wirbelsäule leiden häufiger an Bandscheibenvorfällen. Erstaunt waren die Forscher, dass die Wirbelsäulen dieser Personen der Struktur der Wirbel der Schimpansen ähnlicher waren als die Rücken gesunder Menschen.

Apropos: Wie die Analyse von Forschern am George Institute for Global Health in Sydney zeigt, ist Paracetamol bei Rückenbeschwerden wirkungslos.

BioMed Central/ÄZ, Ärzte Woche 19/2015

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