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Allgemeinmedizin 4. Mai 2015

Alte Komasäufer

200.000 Österreicher trinken exzessiv.

Alkohol schlägt in Österreich alle anderen Suchtmittel. Laut Umfragedaten ist regelmäßiges Trinken bei der 68er- und der Kriegsgeneration häufig.

Wenn es um Abhängigkeit und Sucht geht, schlägt in Österreich der Alkohol andere Rauschmittel um Längen. Rund 200.000 Menschen neigen zu exzessivem Trinken. Das hat eine neue repräsentative GfK-Umfrage ergeben. Neun Prozent der Bevölkerung trinken vier Mal oder öfter pro Woche Alkohol. Die Jahreskonsummenge von 12,2 Liter reinem Alkohol sei im EU-Vergleich ein Spitzenwert.

OECD-Zahlen zufolge trinke die österreichische Bevölkerung um 1,1 Liter mehr Alkohol als der EU-Durchschnitt. Die Alpenrepublik reihe sich im EU-Vergleich unter die Top-Drei-Nationen mit dem höchsten Alkoholkonsum und werde nur von Litauen (12,7 Liter) und Estland (12,3 Liter) überholt. Das Weinland Frankreich liege mit 11,8 Litern pro Kopf hinter Österreich. Italien sei mit 6,1 Litern beim halben Wert Österreichs.

Die Daten stammen aus einer Umfrage aus dem vergangenen Jahr mit 4.000 Teilnehmern im Alter von mehr als 15 Jahren. GfK-Marktforscher Rudolf Bretschneider erläutert: „Selbst wenn solche Vergleichsdaten mit Vorsicht zu genießen sind. Fakt ist, dass der Alkoholkonsum hoch und in der Mitte der Gesellschaft angesiedelt ist.“ So gab nur jeder Zehnte an, im Jahr davor nichts getrunken zu haben. 200.000 Österreicher trinken exzessiv.

Die Aufregung um jugendliche Koma-Säufer sei „falsch lokalisiert“. Das sogenannte „Binge Drinking“ könne nicht den jüngeren Altersgruppen zuordnet werden. Nur sechs Prozent der Generation Z (15 bis 18 Jahre) gaben an, in den vergangenen zwölf Monaten mehrmals pro Woche getrunken zu haben, bei der 68er- und der Kriegsgeneration dagegen mehr als ein Drittel.

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