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Allgemeinmedizin 2. März 2015

Schlafprobleme im Alter

Mögliches frühes Warnsignal vor dem Suizid

Alte Menschen, die über schlechten Schlaf klagen, sind vermehrt suizidgefährdet – auch wenn die Schlafprobleme nicht von einer Depression herrühren. Besonders alarmierend ist die Kombination aus Depression und gestörtem Schlaf.

In einer Studie von Rebecca A. Bernert et al. von der Stanford University wurde die Verbindung zwischen schlechtem Schlaf und Selbsttötung untersucht. Verglichen wurden 20 durch Suizid aus dem Leben geschiedene Menschen und 400 passende Kontrollpersonen ohne Suizid, die alle an einer prospektiv angelegten, bevölkerungsbasierten 10-Jahres-Studie teilgenommen hatten und zwischen 66 und 90 Jahre alt waren. Bei allen war initial die subjektive Schlafqualität erfragt und nach Symptomen einer Depression gesucht worden.

Kein erholsamer Schlaf

Teilnehmer, die ihre Schlafqualität schlechter beurteilten, hatten ein um den Faktor 1,4 und damit signifikant erhöhtes Risiko, einen Suizid zu begehen. Die Assoziation blieb erhalten, wenn das Vorliegen depressiver Symptome berücksichtigt wurde. Schlafprobleme waren dann immer noch mit einem 1,2-fach gesteigerten Selbsttötungsrisiko verbunden. Überraschenderweise übertraf die Vorhersagekraft von Schlafproblemen jene von Zeichen einer Depression. Die größte Gefahr eines Suizides bestand bei Menschen, die schlecht schliefen und depressiv waren.

Vor allem zwei Aspekte eines gestörten Schlafes erwiesen sich als relevant für die Suizidrate: Probleme mit dem Einschlafen und ein nicht erholsamer Schlaf. Nur Letzterer war allerdings auch nach dem Abgleich von depressiver Stimmung noch ein signifikanter Risikoprädiktor. Die Verbindung zwischen Schlafproblemen und Suizidrisiko erklären sich die Studienautoren mit Defiziten in der kognitiven und emotionalen Verarbeitung.

Quelle: springermedizin.de

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