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Einer zieht den anderen mit.
 
Allgemeinmedizin 2. März 2015

Erfolg im Doppelpack

Abspecken, Rauchstopp und Sport funktioniert am besten paarweise.

Schlechte Angewohnheiten nimmt man leicht an, besonders vom Partner. Ob das auch umgekehrt funktioniert, wollten Forscher vom University College London wissen. Sie untersuchten, welchen Einfluss die Entscheidung für einen gesünderen Lebensstil auf den Partner hat. Dazu nutzten sie prospektive Daten von 3.722 zusammenlebenden Paaren ab 50 Jahren. Alle zwei Jahre wurden die Probanden befragt. Untersucht wurde der Einfluss auf das Gesundheitsverhalten des Partners in den Bereichen Rauchen, körperliche Aktivität und Übergewicht.

Am meisten fruchtete das gute Beispiel beim Rauchstopp. Hörte in einer Partnerschaft die Frau mit dem Rauchen auf, zogen 48,4 Prozent der rauchenden Männer innerhalb von zwei Jahren nach. Rauchte die Frau weiter, schafften es nur 7,7 Prozent. Umgekehrt färbte bei 50 Prozent der Frauen der Rauchverzicht ihrer Lebensgefährten ab. Rauchten die Männer weiter, wurden nur 8,2 Prozent zu Nichtraucherinnen.

Auch körperliche Aktivität wirkt offenbar ansteckend. Wenn die Frauen mit regelmäßigem Training begannen, wurden 67,3 Prozent der Männer aktiv. Blieben die Partnerinnen inaktiv, ergriffen nur 25,9 Prozent ihrer Lebensgefährten die Initiative. Ähnliche Einflüsse zeigten sich bei umgekehrter Partnerkonstellation.

In Sachen Übergewicht ist der innere Schweinehund wohl am schwierigsten zu überwinden. Ein normalgewichtiger Partner hatte keinerlei Einfluss auf die Diätbereitschaft des anderen. Setzte ein Übergewichtiger allerdings plötzlich auf eine schlankere Taille, zog der Lebensgefährte häufig nach, und zwar in 26 bis 36 Prozent der Fälle.

Jackson SE et al.: JAMA Intern Med 2015; online 19. Jänner

springermedizin.de, Ärzte Woche 10/2015

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