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Allgemeinmedizin 18. Juli 2005

Es gibt Alternativen zur Sterilisation

Es gibt einen neuen Trand zur Langzeitverhütung. Die Gründe: Der veränderte Lebensstil jüngerer Frauen, die aufgrund ihrer Karriere oder anderweitiger Interessen den Kinderwunsch hinauszögern, und der Wunsch von Frauen mit abgeschlossener Familienplanung nach einer möglichst unkomplizierten, längerfristigen Verhütungsmethode. Eine Arbeitsgruppe von Gynäkologen und einer Psychologin, unter ihnen Prof. Dr. Peter Husslein von der Universitätsfrauenklinik Wien und Prof. Dr. Marianne Ringler, Universitätsklinik für Tiefenpsychologie und Psychotherapie, hat sich eingehend mit diesem Trend beschäftigt und Empfehlungen zu diesem Thema verabschiedet.

Die vier derzeit zur Verfügung stehenden Methoden, nämlich Sterilisation, die Kupferspirale, die Hormonspirale und das Hormonimplantat, wurden nach verschiedenen Kriterien bewertet. Zum ersten Mal wurden neben medizinischen auch psychosoziale Aspekte berücksichtigt, die vor allem bei der Sterilisation eine große Rolle spielen.

Sterilisation problematisch

Die Zahl der Sterilisationen steigt in der Altersgruppe der über 35-Jährigen. Das ist nicht ganz unproblematisch, da sich in der heutigen Zeit die Lebensumstände rasch ändern können, was zu einer großen Unzufriedenheit mit der endgültigen Entscheidung der Sterilisation führen kann.
Jedoch ist selbst die Sterilisation keine 100%ig sichere Verhütungsmethode, da auch bei sterilisierten Frauen gelegentlich Schwangerschaften vorkommen. Die Sterilisation kann neben psychischen auch physische Nebenwirkungen haben, wie zum Beispiel ein früherer Eintritt in die Wechseljahre oder Blutungsprobleme, die in manchen Fällen sogar eine Entfernung der Gebärmutter notwendig machen.

Die Kupferspirale besteht aus einem T-förmigen Kunststoffträger, dessen Schaft mit einem Kupferdraht umwickelt ist und der direkt in die Gebärmutter eingelegt wird. Der Empfängnisschutz erfolgt einerseits über die spermienabtötende Wirkung des Kupfers und andererseits mechanisch. Die Wirkungsdauer beträgt drei bis fünf Jahre.

Die Alternativen

Die Hormonspirale (Mirena®) ähnelt in ihrer Form der Kupferspirale, jedoch ist hier der Schaft mit einem Hormonzylinder umhüllt. Sie wird direkt in die Gebärmutter eingelegt und gibt dort fünf Jahre lang laufend geringste Mengen eines dem Gelbkörperhormon ähnlichen Gestagens ab. Durch die vorwiegend lokale Wirkung gelangen nur geringste Hormonmengen in den Blutkreislauf, so dass der natürliche Zyklus erhalten bleibt und der Eisprung nicht gehemmt wird. Ein großer Vorteil sind kürzere und schwächere Monatsblutungen. Außerdem ist sie zur Verhütung während der Stillzeit und auch für Frauen kurz vor dem Wechsel sehr gut geeignet. Die Hormonspirale wurde von der Arbeitsgruppe in der Mehrzahl der Kriterien als Methode der ersten Wahl bewertet.

Das Hormonimplantat (Implanon®) ist ein 4cm langes und 2mm dickes Stäbchen, das auf der Innenseite des Oberarmes mittels einer kleinen Operation unter die Haut eingesetzt wird. Das Stäbchen enthält ein Hormondepot, aus dem ein dem Gelbkörperhormon ähnliches Gestagen abgegeben und im Körper verteilt wird. Ähnlich wie bei der Pille wird der Eisprung gehemmt. Auch hier werden die Blutungen kürzer und schwächer. Das Hormonimplantat ist drei Jahre wirksam und muss wieder operativ entfernt werden.

Quelle: Pressegespräch am 9.10. 2001, Wien

Eine Broschüre zum Thema Langzeitverhütung erhalten Sie kostenlos bei der Österreichischen Gesellschaft für Familienplanung.
Tel. 01 4785242, Fax. 01 4708970,
e-mail:

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