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Allgemeinmedizin 18. Juli 2005

Am Ende des Lebens

Ende November 2000 hat das niederländische Parlament ein Gesetz verabschiedet, das den Ärzten künftig erlaubt, ausweglos kranken Patienten aktive Hilfe beim Sterben zu gewährleisten. Das festgelegte Procedere: Jeder Fall muss einer dreiköpfigen Prüfungskommission, bestehend aus einem Arzt, einem Juristen und einem Experten für ethische Fragen, gemeldet werden. Diese überwacht die Einhaltung aller Vorschriften und entscheidet im Einzelfall.

Patientenautonomie, Humanität oder Mord? Das Österreichische Strafgesetzbuch ist bei der Lösung der Problematik nicht wirklich hilfreich. Der Begriff "Sterbehilfe” kommt in den Paragraphen nicht vor. Er findet sich allerdings in juristischen Kommentaren, die natürlich in der Judikatur eine große Rolle spielen. Aber auch dort beruft man sich letztlich auf die "ärztliche Erfahrung und Verantwortung". Ebenfalls findet sich in diesen Kommentaren das "Recht des Menschen auf einen natürlichen Tod".

In Holland wurde jedenfalls eine Grenze überschritten. Darüber herrscht vor allem bei MedizinerInnen Einigkeit, die täglich mit dem Sterben konfrontiert sind. Die Hospizbewegung sieht das Sterben als einen Teil des Lebens. Hier wird Sterbebegleitung als Gegensatz zu aktiver Sterbehilfe angeboten. Die Erfahrung jener, die im Umgang mit Sterbenden vertraut sind, zeigt: Menschen, die in ihre letzten Lebensphase adäquat betreut werden, deren physische und psychische Schmerzen erträglich sind, verlangen nicht nach aktiver Sterbehilfe. Es gilt daher Palliativmedizin, psychosoziale Betreuung und eine geeignete Schmerzmittelversorgung weiterzuentwickeln.

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