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Allgemeinmedizin 18. Juli 2005

Weltweit fast keine "Erlaubnis zum Sterben"

Weltweit fast keine "Erlaubnis zum Sterben"

Die Niederlande stellen eine internationale Ausnahme dar - Sonderparagraphen gibt es allerdings auch in den USA und China

Der Europäische Gerichtshof hat sich mit seiner getroffenen Grundsatzentscheidung, wonach es kein Recht auf Sterbehilfe gibt, der Rechtspraxis in den meisten Ländern angeschlossen. Denn die Entscheidung der Niederlande, unter bestimmten Umständen ärztlich assistierte Sterbehilfe zuzulassen, ist international eine Ausnahme. Die meisten Länder weigern sich, diese Frage gesetzlich zu regeln.

NIEDERLANDE: Als erstes Land weltweit haben die Niederlande im April vergangenen Jahres die Sterbehilfe unter bestimmten Bedingungen legalisiert. Das Gesetz tritt am 1. April 2003 in Kraft.

DEUTSCHLAND: Aktive Sterbehilfe ist grundsätzlich verboten. DieVerabreichung eines tödlichen Medikamentes gilt als Mord.

GROSSBRITANNIEN: Sterbehilfe und Beihilfe zum Selbstmord sind ebenfalls verboten. Das Gesetz sieht bis zu 14 Jahre Haft vor.

FRANKREICH: Sterbehilfe ist verboten. Das Gesetz unterscheidet zwischen aktiver Sterbehilfe, wenn der Tod des Patienten unmittelbar herbeigeführt wird, und passiver Sterbehilfe, die wie unterlassene Hilfeleistung bewertet wird.

SPANIEN: Für Sterbehilfe vorgesehene Haftstrafen werden nicht ausgesprochen, wenn der Kranke ausdrücklich und wiederholt um seinen Tod gebeten hat, weil er an einer unheilbaren oder mit schweren Schmerzen verbundenen Krankheit leidet. Bis 1995 galten Sterbehilfe und Beihilfe zum Selbstmord in Spanien als Mord.

DÄNEMARK: Das Gesetz verbietet aktive Sterbehilfe. Unheilbar Kranke dürfen jedoch selbst entscheiden, ob sie ihre Behandlung fortsetzen. Seit 1992 können Dänen ein "medizinisches Testament" verfassen, in dem sie diese Entscheidung - auch für den Fall eines schweren Unfalls - schriftlich niederlegen. Behandelnde Ärzte müssen das Testament respektieren.

In ITALIEN, NORWEGEN, GRIECHENLAND und in der TÜRKEI ist Sterbehilfe grundsätzlich verboten.

USA: Ein Bundesgesetz verbietet ebenfalls eine aktive Sterbehilfe. Im November 1998 stimmten die Bürger des US-Bundesstaats Michigan in einem Referendum gegen eine Legalisierung der "Hilfe beim Selbstmord". Einzig der Bundesstaat Oregon lässt seit 1994 Sterbehilfe zu, wenn die Kranken keine Aussicht auf Heilung haben und die Sterbehilfe formell beantragen.

AUSTRALIEN: In der australischen Provinz Northern Territory wurde im Juli 1996 ein Gesetz zur Legalisierung der Sterbehilfe verabschiedet. Auf Bundesebene wurde es jedoch wenige Monate später wieder ausgehebelt.

KOLUMBIEN: Das Verfassungsgericht ließ im Mai 1997 die aktive Sterbehilfe zu. Todkranke müssen sie jedoch ausdrücklich beantragen.

CHINA: Die Regierung der Volksrepublik genehmigte Krankenhäusern 1998, aktive Sterbehilfe zu praktizieren, wenn ein Patient an einer unheilbaren Krankheit leidet.

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