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Allgemeinmedizin 12. Juli 2005

Erlebnisprävention – Animation zur Eigeninitiative

Krankheit ist ein enormer Kostenfaktor. Investitionen in Gesundheit, Wohlbefinden und Arbeitsfähigkeit sind demzufolge im humanen und wirtschaftlichen Sinn richtig und notwendig.

Dringenden Handlungsbedarf unter-mauern Statistiken, wonach die Inzidenz der Zivilisationskrankheiten stetig zunimmt. Es wird daher langfristig ein Prioritätenwandel von der reparativen zu Gunsten der präventiven Medizin eintreten müssen. Die derzeitigen Strategien der Primär-, Sekundär- und Tertiärprävention sind noch unbefriedigend und unzureichend. Bei vielen Menschen geht die Beschäftigung mit der eigenen Gesundheit über ein bisschen Bewegung, gelegentliche Wellness-Aufenthalte und kleinere Einschränkungen in der Ernährung nicht hinaus. Regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen beim Arzt sind die Ausnahme. Dementsprechend schwierig gestaltet es sich auch, Per-sonen zu einem Gesundheitsurlaub oder zum Besuch einer Gesundheitsveranstaltung zu motivieren.
Hier setzt eine in Österreich entwickelte, innovative Strategie namens „Erlebnisprävention“ an (siehe Kasten mit „Definition“). Das Konzept dazu stammt vom Vorsorgemediziner Dr. Piero Lercher und dem Veranstaltungsexperten Heimo Ferrari-Brunnenfeld. Beide haben auf nationaler wie auch internationaler Ebene unter Einbindung der jeweiligen Gesundheitsministerien und Landesärztekammern dementsprechende Projekte realisiert, z.B. die „Fit und Xundbleib’n“-Woche.
Basierend auf einem reizvollen Gesamtprogramm, wurden neben kulturellen und kulinarischen Veranstaltungen auch interdisziplinäre Seminare, Vorträge und Fortbildungen integriert, um das Interesse zu wecken und einen leichteren Zugang zur Gesundheitsvorsorge zu ermöglichen. Als Vortragende fungierten wissenschaftliche Fachleute, aber auch Persönlichkeiten aus der Region, um die Nachhaltigkeit der Strategie zu gewährleisten. Beim Bad Kohlgruber Herbst 2003 wurden auch ärztliche Fortbildungen erfolgversprechend in ein Präventionsprogramm integriert.
Erlebnisprävention wird zu einem wichtigen extramuralen Betätigungsfeld der klassisch-naturwissenschaftlichen Medizin. Die Klienten und Patienten können sozusagen in Urlaubsatmosphäre auf bewährte medizinische Methoden zurückgreifen und müssen sich nicht auf das kostspielige Abenteuer einer esoterikbehafteten und inadäquaten Paramedizin einlassen. Letztendlich setzt die Erlebnisprävention Anreize für eine gesunde, vorausblickende Lebensweise und kommt nicht nur dem öffentlichen Gesundheits- und Sozialsystem zugute, sondern fördert vor allem die Lebensqualität.

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