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Allgemeinmedizin 4. Juli 2005

Keuchhusten-Impfung bei Lungenkranken sinnvoll

Schweizer Studie zeigt: Bordetella pertussis ist oft Ursache der akuten Exazerbation bei chronischer Bronchitis (AECB). Es sollte daher in diesen Fällen die Keuchhusten-Impfung erwogen werden.

In einer Schweizer Studie waren 26 Patienten mit AECB aus Praxen von niedergelassenen Allgemeinärzten und Internisten in der Region Basel serologisch auf Infektionen mit Bordetella pertussis untersucht worden. Bei immerhin acht davon ließ sich eine Pertussis-Infektion belegen, wie Prof. Dr. Ulrich Heininger vom Universitäts-Kinderspital in Basel und seine Kollegen berichten (Infection 33, 2005, 13). „Obwohl es notwendig ist, die Daten noch in größeren Studien zu überprüfen, sollte bei Patienten mit chronischer Bronchitis eine Pertussis-Impfung erwogen werden“, meinte Heininger. Auch Prof. Dr. Christel Hülße von der Ständigen Impfkommission (STIKO) in Deutschland legt Patienten mit chronischer Bronchitis die Keuchhusten-Impfung nahe. „An Pertussis bei Erwachsenen wird zu selten gedacht“, sagte sie zur deutschen Ärzte Zeitung. Weder die Impfung noch die Erkrankung rufen eine länger als zehn bis 15 Jahre währende Immunität hervor.

Impfung für Erwachsene?

Da die meisten Kinder heute geimpft sind, erkranken zunehmend Jugendliche und Erwachsene daran. Hülße und ihre Kollegen in Rostock und Krefeld haben 400 Erwachsene aus Hausarztpraxen mit länger als 14 Tage dauerndem Husten und ohne chronische Atemwegserkrankungen untersucht. Bei 11 Prozent fanden sie Keuchhusten. „In der STIKO wird daher erwogen, künftig Erwach-senen generell alle zehn Jahre die Keuchhusten-Impfung zu empfehlen“, erklärte Hülße.

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