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Allgemeinmedizin 17. Oktober 2014

Eisen

Essentiell aber wohl dosiert

Eisen ist ein Übergangsmetall, das im Periodensystem in der Gruppe 8 steht und die Ordnungszahl 26 hat. Eine nüchterne Einordnung, die nicht zeigt, wie wichtig das Spurenelement für den Organismus ist.

Obwohl das essenzielle Spurenelement im menschlichen Körper nur einen Massenanteil von etwa 0,004 Prozent hat, übernimmt es viele wichtige Funktionen. Sowohl Mangel als auch Überladung können schaden.

Die Versorgung der Zellen mit Sauerstoff ist die Hauptaufgabe von Eisen. In der Lunge aufgenommener Sauerstoff wird mit Hilfe des roten Blutfarbstoffs Hämoglobin – der zweiwertiges Eisen als Zentralatom enthält – gebunden, mit dem Blut im Körper verteilt und in den Zellen zur Energiegewinnung genutzt. Myoglobin wiederum speichert Sauerstoff in der Muskulatur. Eisen ist ferner Bestandteil aktiver Zentren von Enzymen und für die Neubildung roter Blutkörperchen unentbehrlich.

Eisenstoffwechsel

Im Körper. Nicht nur Hämoglobin, Myoglobin und Enzyme enthalten Eisen. Es kommt auch als Depoteisen (Ferritin, Hämosiderin) und im Knochenmark vor. Täglich verlieren Männer etwa ein Milligramm, Frauen im gebärfähigen Alter etwa zwei Milligramm Eisen. Dies geschieht vor allem durch Zellabschilferungen im Magen-Darm-Kanal und durch Regelblutungen. Um den täglichen Bedarf zu decken, empfiehlt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung altersabhängig eine Zufuhr von acht bis 15 Milligramm Eisen; für Stillende 20 Milligramm und für Schwangere 30 Milligramm.

Resorption. Zweiwertiges Eisen aus tierischen Lebensmitteln wird unverändert über den divalenten Metalltransporter 1 (DMT1) in die Zellen der Darmschleimhaut aufgenommen. In pflanzlichen Lebensmitteln enthaltenes dreiwertiges Eisen muss vor der Resorption durch DMT1 entweder durch Enzyme (Ferrinreduktase) oder reduzierende Nahrungsbestandteile (z. B. Vitamin C) zu zweiwertigem reduziert werden. In den Schleimhautzellen wird Eisen dann entweder als lösliches Ferritin gelagert oder mit Hilfe des Transportproteins Ferroportin wieder zu dreiwertigem Eisen oxidiert und ins Blut geschleust. Feinreguliert wird die Eisenresorption unter anderem mit Hilfe von Hepcidin, einem in der Leber synthetisierten Protein.

Transport im Blut. Das aus den Darmzellen freigesetzte dreiwertige Eisen gelangt mit Hilfe des Transportproteins Transferrin zu den eisenverwertenden Zellen und wird dort über entsprechende Rezeptoren aufgenommen.

Speicherung. Außer in der Darmschleimhaut wird Eisen in der Leber, der Milz und im Knochenmark in Form von Ferritin gelagert und bei Bedarf schnell freigesetzt. Bei Überangebot wird es als unlösliches Hämosiderin gespeichert, einem Abbauprodukt von Ferritin.

Wenn Eisen fehlt

Insbesondere jungen Mädchen, Schwangeren und Stillenden, Frauen mit starken Monatsblutungen, Sportlern und Menschen, die sich vegetarisch ernähren, fehlt es oft an Eisen (Normalwerte: Frauen 25 - 120 μμg/l, Männer 35 - 300 μμg/l Ferritin im Serum). Zu den typischen Symptomen gehören Müdigkeit, erhöhte Infektanfälligkeit, Kurzatmigkeit bei körperlicher Belastung, diffuser Haarausfall oder brüchige Fingernägel. Ferner scheint Eisenmangel die Symptomatik eines Restless-legs-Syndroms zu verstärken und beeinträchtigt bei Kindern die körperliche und die geistige Entwicklung. Treten diese Symptome auf, verordnet der Arzt in der Regel ein oral einzunehmendes Eisenpräparat.

Springer-gup.de

Tipp

Empfehlen Sie sportlich aktiven Kundinnen und Kunden, hin und wieder die Eisenwerte beim Arzt überprüfen zu lassen. Insbesondere bei Läufern werden rote Blutkörperchen unter der Fußsohle zerstört, Eisen wird verstärkt über den Urin, aber auch Schweiß und Stuhl ausgeschieden.

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