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Allgemeinmedizin 4. Juli 2005

Passivrauchen verzögert auch die Wundheilung

Riverside. Passivrauchen kann die Heilung von Wunden verzögern. Für Zellen, die Zigarettenrauch ausgesetzt sind, ist es laut Wissenschaftlern der University of California schwerer, sich in Richtung der frischen Verletzung zu bewegen.

Die am Wundverschluss beteiligten Fibroblasten, die durch Chemotaxis „herbeigerufen“ werden, entwickeln sich klebriger und daher weniger beweglich. Ihr genetischer Aufbau wird durch den Rauch verändert. Die Forscher gehen in dem Fachmagazin BMC Cell Biology davon aus, dass die Auswirkungen beim Passivrauchen jenen bei aktiv Rauchenden gleichen. Neben einer verzögerten Heilung wird dieses Phänomen auch für eine abnormale Vernarbung von Wunden bei Passivrauchern verantwortlich gemacht. Die Zellen bleiben am Rand der Verletzung konzentriert und verhindern so, dass sich die Wunde richtig schließt.

Das Team versetzte Zellkulturen mit Zigarettenrauch und erzeugte so eine Lösung, die die Hauptbestandteile von Passivrauch enthielt. Diese Lösung wurde in der Folge so lange verdünnt, bis sie die im Gewebe von Passivrauchern vorgefundenen Werte erreichte. Wurde die Lösung Fibroblasten hinzugefügt, kam es zur Elongation und Dehiszenz. Zusätzlich erhöhte sich die Anzahl der Haftstellen, an denen die Zelle an der Petrischale Kontakt hat. In einem weiteren Experiment wurde nachgewiesen, dass Fibroblasten, die in einem rauchigen Umfeld kultiviert wurden, weniger beweglich waren als rauchfreie Zellen. Derzeit werden Versuche mit Mäusen durchgeführt. Erste Ergebnisse legen nahe, dass die Wunden jener langsamer heilen, die sechs Monate lang Rauch ausgesetzt waren.

Den Tieren wurden mittels einer Lochstanze Wunden mit einem Durchmesser von fünf Millimetern zugefügt. Nach sieben Tagen waren die Wunden der Mäuse, die keinem Rauch ausgesetzt waren, zu 95 Prozent geschlossen. Im gleichen Zeitraum schlossen sich die Wunden von Tieren, die Rauch ausgesetzt waren, erst zu 85 Prozent.

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