zur Navigation zum Inhalt
Prof. Dr. Elisabeth PreisingerLeiterin des Instituts für Physikalische Medizin und Rehabilitation am Krankenhaus HietzingH. Kaindl
 
Allgemeinmedizin 13. Oktober 2014

Fehlinformationen rund um den Knochen beseitigen

Jeder gesunde Mensch sollte tunlichst fünfmal wöchentlich Ausdauer und zweimal wöchentlich Kraft trainieren, um seinen Knochenstoffwechsel in Schwung zu halten.

Vielfältig und spannend will sich die diesjährige Fortbildungsveranstaltung „Management der Osteoporose“, die Ende Oktober im Wiener Rathaus stattfindet, präsentieren. Im Zentrum stehen die schwierige individuelle Risikoerfassung, die männliche Osteoporose sowie die neuesten Forschungsdaten bezüglich der Zusammenhänge zwischen Training und Knochendichte. Eines vorweg: ein bisschen Spazierengehen reicht nicht.

Es gilt, hartnäckige Fehlinformationen zum Thema Osteoporose und Knochendichte zu beseitigen – etwa, dass nur bei geringer Knochendichte eine Fraktur droht. „Die Erstfraktur betrifft häufig postmenopausale Frauen, die gar nicht so schlechte Werte aufweisen“, sagt Prof. Dr. Elisabeth Preisinger, Leiterin des Instituts für Physikalische Medizin und Rehabilitation am Krankenhaus Hietzing mit Neurologischem Zentrum Rosenhügel in Wien. Ein wichtiges Thema der Fortbildungsveranstaltung im Festsaal des Wiener Rathauses wird daher auch die Relevanz der Knochendichte sein, „was die diversen Leitlinien dazu sagen und wie individuelle Risikofaktoren richtig zu berechnen und einzustufen sind“.

Knochen = Stoffwechselorgan

Zunehmende Bedeutung erfährt der Knochen derzeit als Stoffwechselorgan. „Das wird noch unterschätzt. Aber gerade bei Diabetes mellitus treten sehr häufig sekundäre Osteoporosen auf. Das muss stärker als bislang bei den Patienten kontrolliert werden“, sagt Preisinger. Einige Vorträge fokussieren auch auf die Ernährung als präventive Maßnahme, im Speziellen auf die Versorgung mit Vitamin D und Kalzium, die in Österreich nach wie vor als mangelhaft zu bezeichnen ist, vor allem in den Wintermonaten. „Andrerseits ist auch vor einem Ausschlagen des Pendels in die andere Richtung zu warnen, wenn nämlich davon ausgegangen wird, dass hochdosiertes Vitamin D generell der Prävention dient“, warnt die Expertin. „Das stimmt aber so nicht: Ein ganz bestimmter Bereich, nämlich 30-40 ng 25-Hydroxy-Vitamin-D ist ideal. Ein zu hoher Wert ist ebenso ein Risikofaktor für Knochenfrakturen wie die Unterversorgung.“

Männer und Muskeln

Männer und Osteoporose sind ebenfalls ein Thema der Veranstaltung. Sollen sie anders behandelt werden als Frauen? „Grundsätzlich nicht. Eine hormonelle Behandlung mit Testosteron wird – wenn überhaupt – nur dann eingeleitet, wenn die Werte sehr niedrig sind, also aus endokrinologischer Sicht einzugreifen ist; und nicht weil die Datenlage einen Vorteil hinsichtlich der Osteoporose bestätigt.“

Neue Forschungen auf dem Gebiet der Osteoporose betreffen die detaillierten Zusammenhänge zwischen Muskel und Knochen. „Wir wissen, dass körperliches Training beim Jugendlichen als Basis einer auseichenden Knochenreserve für das weitere Leben dient. Bereits beim Erwachsenen lässt sich mittels Training im Wesentlichen nur noch der Knochenabbau bremsen.“ „Bewegung alleine ist allerdings zu wenig“, lautet die für Bewegungsmuffel grausame Wahrheit. „Und wer den ganzen Tag im Büro hockt, für den ist auch das bisschen Gymnastik zwischendurch nicht ausreichend. Es geht um Training: Krafttraining und Ausdauertraining.“ Gerade letzteres ist wichtig, um langfristig das Myostatin zu hemmen.

Harter Körpereinsatz gefragt

In nackten Zahlen: Jeder grundsätzlich gesunde Mensch sollte etwa fünfmal wöchentlich laufen und zweimal wöchentlich seine Kraft trainieren. Sind bereits mehrfache Wirbelfrakturen vorhanden, sind die Ziele natürlich anders zu definieren. Preisinger: „Hier kommt es darauf an, den Patienten soweit aufzubauen, dass er sich im Alltag wieder bewegen kann, sich selbst versorgen und am sozialen Leben teilnimmt. Auch dies werden wir ausführlich bei der Veranstaltung besprechen.“

Anmeldung

Ärztefortbildung

Management der Osteoporose

Donnerstag, 30. Oktober 2014, 8.30 – 14.00 Uhr

Wiener Rathaus, Nordbuffet

Anmeldung & Information:

Tel. +0664 533 888 9

www.medservices.at

Lydia Unger-Hunt, Ärzte Woche 42/2014

Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare abgegeben.

Mehr zum Thema

<< Seite 1 >>

Medizin heute

Aktuelle Printausgaben