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Konfetti2

 
Allgemeinmedizin 17. September 2014

Berührungsängste vor Demenz

Konfetti im Kopf bietet neue Sichtweisen

Vor fünf Jahren startete in Berlin in einem Pilotprojekt die Aktivierungskampagne „KONFETTI IM KOPF". Ziel der seither in mehreren anderen Städten übernommenen Idee:  „Mehr Respekt für Menschen mit Demenz" und möglichst viele Menschen für das wichtige Thema Demenz zu öffnen und zu aktivieren. Leben mit Demenz ist nichts wovor man Angst haben muss, so die Botschaft, die dazu motivieren soll mitzudenken, mitzufühlen und mitzumachen.

Eine umfassende Kampagne, wie jene in Hamburg unter dem Titel „KONFETTI IM KOPF - Demenz berührt mit vielen Gesichtern" soll das Denken über und den Umgang mit Demenz verändern: Von der überwiegend negativen Assoziation in Form von Entfremdung und Hoffnungslosigkeit hin zu einem fröhlichen respektvollen Miteinander. Im gesamten Stadtbild bieten außergewöhnliche Farbfotoportraits auf Plakatwänden, Citylights und Großbannern die Möglichkeit zur Begegnung mit Menschen mit Demenz, die dieses düstere Klischee sprengen. „KONFETTI IM KOPF– Demenz berührt mit vielen Gesichtern" zeigt Betroffene, die Freude, Staunen, Würde, Individualität ausstrahlen. Jeder Betrachter wird ermutigt, ganz neu hinzuschauen, denn Demenz geht uns alle an. Eine breite Öffentlichkeit soll damit neue Sichtweisen  auf das Thema Demenz gewinnen.

Lebensfreude sichtbar machen

Neben Aufmerksamkeit und Bewusstsein schaffen für Menschen mit Demenz als Bürgerinnen und Bürger der Stadt geht es dabei auch darum Berührungsängste abzubauen und Offenheit für das Thema zu fördern, Würde und Lebensfreude von Menschen mit Demenz sichtbar zu machen, die öffentliche Diskussion z.B. über neue Wohn- und Versorgungsformen zu ermutigen, die effektive Zusammenarbeit von bestehenden  Mandatsträgern, Verbänden, Vereinen und Unternehmen sichtbar zu machen und Zugangswege zu Hilfen und Unterstützungsleistungen aufzuzeigen.

Und weil auch Migranten in ihren neuen Heimatländern älter werden und vielleicht kognitive Probleme entwickeln werden beispielsweise in Berlin auch Veranstaltungen in türkischer Sprache angeboten. So können sich deutsche und türkische Besucher gleichermaßen über kultursensible Hilfen bei demenziellen Veränderungen informieren.

Open-Air-Fotoausstellung - weg vom Klischee

Initiiert wurde das Projekt vom Hamburger Photographen Michael Hagedorn, der seit 2005 Menschen mit Demenz in einer Langzeitdokumentation begleitet. Im engen persönlichen Kontakt mit den Portraitierten entstand die Idee, eine große Open-Air Fotoausstellung im öffentlichen Raum zu initiieren, um der klischeebehafteten Vorstellung von Demenz mit neuen, lebensnahen Bildern zu begegnen, die auch die Lebensfreude und Würde von Menschen mit Demenz deutlich machen. Seine Begeisterung setzte sich fort und zeigte Folgewirkung: Nach dem Pilotprojekt in Berlin engagierte sich auch die Hansestadt an der Alster und ist nun mit einer sehr aktiven Gruppe beteiligt. 2011 folgte Stuttgart mit Projekten und weitere Städte werden zum Mitmachen aufgefordert.

Informationen: www.konfetti-im-kopf.de

 

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