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Allgemeinmedizin 23. Mai 2014

Mäuse von Jetlag befreit

Biochemikern ist es gelungen, die zirkadiane innere Uhr von Mäusen so zu kontrollieren, dass sich die Tiere schneller an andere Zeitzonen gewöhnen.

Möglich wurde dies durch das alternative Spleißen eines Gens namens U2AF26. Spleißen nennt man den Prozess, bei dem die zunächst gebildete prä-mRNA zur reifen mRNA, dem intrazellulären Informationsvermittler, weiterverarbeitet wird. Das alternative Spleißen ermöglicht, dass Zellen auf veränderte Umwelteinflüsse mit der Bildung verschiedener mRNAs aus einer prä-mRNA reagieren. Durch die alternative Spleißung des U2AF26-Gens passten sich die Mäuse an geänderte Lichtverhältnisse an, ohne eine Umgewöhnungszeit zu benötigen.

Diese Ergebnisse sind vermutlich auch auf Menschen übertragbar und deshalb relevant, weil Störungen des zirkadianen Rhythmus Krankheiten wie Stoffwechselstörungen und Krebs Vorschub leisten.

„Wir möchten jetzt untersuchen, ob alternatives Spleißen des U2AF26-Gens beim Menschen in diese Vorgänge involviert ist“, erklärte Prof. Dr. Florian Heyd, Institut für Chemie und Biochemie der Freien Universität Berlin. „Außerdem suchen wir noch nach weiteren Genen, die durch einen ähnlichen Mechanismus reguliert werden und auf diese Weise andere zelluläre Funktionen kontrollieren.“

Preußner M et al.: Molecular Cell 2014; in press; DOI: 10.1016/j.molcel.2014.04.015

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